Amanal Petros hat am Sonntagvormittag in Birmingham den EM-Marathon gewonnen und dabei einen Meisterschaftsrekord aufgestellt. Der 31-Jährige lief die 42,195 Kilometer in 2:09:11 Stunden und distanzierte den italienischen Vizeeuropameister Pietro Riva um sieben Sekunden. Bronze ging in 2:09:21 an Gashau Ayale aus Israel.
Der Kurs im Zentrum Birminghams gehörte nach Angaben der Sportschau zu den härtesten der Saison: eine Fünf-Kilometer-Runde, achtmal zu absolvieren, gespickt mit Anstiegen und nach Petros' eigener Zählung über 120 engen Kurven. „Mein Ziel war früh alles klar zu machen für Gold - und das hat super geklappt. Die Strecke heute war aber furchtbar, mir tut alles weh“, sagte Petros im Ziel gegenüber der Sportschau.
Mein Ziel war früh alles klar zu machen für Gold - und das hat super geklappt.
Attacke bei Kilometer 25, Solo bis ins Ziel
Die Vorentscheidung fiel an einem Anstieg bei Kilometer 25. Petros verschärfte das Tempo, das internationale Feld ließ ihn ziehen, und der Deutsche baute den Abstand bis Kilometer 35 auf rund 50 Sekunden aus. Auf dem kurzen Rundkurs, der jede Lücke sichtbar macht, war das eine kaum aufzuholende Marge. Bis dahin hatten Richard Ringer, Simon Boch und Samuel Fitwi im deutschen Trio das Tempo mitgestaltet - eine Teamarbeit, die die Ausgangslage für die Attacke schuf.
Fitwi lief mit 2:09:47 auf Rang neun ein, der Münchner Europameister von 2022, Richard Ringer, folgte in 2:10:05 als Zehnter. Simon Boch beendete das Rennen in 2:12:55 auf Platz 21. In der Teamwertung sicherte sich Deutschland damit hinter Israel die Silbermedaille.
Der zweite deutsche Marathon-Europameister
Petros ist damit erst der zweite deutsche Marathon-Europameister nach Ringers Sieg im heimischen München vor vier Jahren. Für den in Eritrea geborenen Wahl-Hannoveraner ist es der bislang größte Titel einer Karriere, in der er den deutschen Rekord über die Marathon- und Halbmarathondistanz hält. Bei der WM 2025 in Tokio hatte Petros das Rennen um Gold um drei Hundertstelsekunden verloren.
Nach dem Zieleinlauf kündigte er nach Angaben der Sportschau eine direkte Behandlung durch die Physiotherapie an - die 120 Kurven hätten ihre Spuren hinterlassen. Für die deutsche Leichtathletik, die in Birmingham unter anderem schon durch Neugebauer im Zehnkampf, Krause über 3000 Meter Hindernis und Weber im Speerwurf Gold geholt hat, ist der Marathonsieg der prominenteste Abschluss vor dem letzten Meisterschaftstag.