Sechs Menschen sind über das Pfingstwochenende in Deutschland bei Badeunfällen ums Leben gekommen, vier von ihnen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 14 Jahren. Die Unfälle ereigneten sich am Samstag und Sonntag bei Temperaturen um 30 Grad in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, wie Polizei und Rettungskräfte am Montag bestätigten.
Im öffentlichen Schwimmbad in Ludwigshafen bargen Einsatzkräfte am Sonntag einen vierjährigen Jungen tot aus dem Wasser. „Vermutlich sei das Kind ertrunken“, zitierte t-online einen Polizeisprecher; die Ermittlungen dauern an. Im ostfriesischen Marienhafe rückten rund 80 Helfer zu einem Kiessee aus, wo Taucher die Leiche einer Dreizehnjährigen aus dem Wasser zogen. In Essen starb ein 14-Jähriger, den Rettungskräfte am Samstag aus der Ruhr geholt hatten, später im Krankenhaus. Ein elfjähriger Junge ertrank in einem Schwimmbad im rheinland-pfälzischen Birlenbach.
Auch zwei Männer kamen ums Leben. In Hasbergen im Landkreis Osnabrück fanden Suchkräfte am Sonntagabend einen 34-Jährigen tot in einem abgelegenen Privatsee, nachdem dessen Habseligkeiten am Ufer aufgetaucht waren. Im bayerischen Kahl am Main verlor laut t-online ein 40-Jähriger im Wasser den Sichtkontakt zu seinem Begleiter; ein Taucher entdeckte den Mann in vier Metern Tiefe im Kahler See, Wiederbelebungsversuche scheiterten.
Was die DLRG seit Monaten warnt
Die Bilanz fügt sich in ein Muster, das die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im März bei der Vorstellung ihrer Jahresstatistik 2025 angemahnt hatte: 393 Menschen ertranken im vergangenen Jahr in Deutschland, 18 weniger als 2024. Auffällig ist die Verschiebung der Altersgruppen. In den Gruppen der 11- bis 20- und der 21- bis 30-Jährigen stieg die Zahl der Toten um jeweils elf. 82 Prozent der Opfer waren männlich, knapp die Hälfte ertrank in Seen oder Teichen, ein weiteres Drittel in Flüssen wie Rhein, Donau oder Neckar.
Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle.
Hinzu kommt eine strukturelle Schwäche, auf die Vogt im selben Interview hinwies: Mehr als jedes zweite Kind verlässt nach DLRG-Schätzung die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können, weil Schwimmbäder fehlen oder marode sind. Der Haushaltsausschuss hatte die Sportstättenförderung für 2026 deshalb um 250 Millionen Euro für Bäder ergänzt; bis 2029 sollen weitere 20 Millionen Euro in die Schwimmausbildung von Vereinen fließen. Bis diese Mittel wirken, vergehen Jahre.
Die nächste Hitzewelle steht bevor
Die tödlichen Unfälle treffen den Beginn der ersten Sommerphase des Jahres. Der Deutsche Wetterdienst meldete am Pfingstsonntag in Regensburg 33,2 Grad, einen neuen Mai-Rekord für Bayern. Ab Freitag erwarten Meteorologen die nächste Hitzewelle. Die DLRG empfiehlt unverändert, nur an beaufsichtigten Badestellen zu schwimmen, Kinder am Wasser nicht aus den Augen zu lassen und auf Alkohol vor dem Sprung ins Wasser zu verzichten.