Ein Erdbeben der Stärke 7,8 hat am Montagmorgen den Süden der Philippinen erschüttert. Nach Angaben der US-amerikanischen Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Hauptbeben um 7.37 Uhr Ortszeit rund 26 Kilometer west-südwestlich von Kablalan in der Provinz Sarangani, der Herd lag in etwa 55 Kilometern Tiefe. Die philippinische Katastrophenschutzbehörde bestätigte zur Mittagszeit mindestens 15 Tote und mehr als 120 Verletzte; mehrere Menschen werden noch vermisst.
Am schwersten betroffen ist die Hafenstadt General Santos mit rund 722.000 Einwohnern auf der südlichen Insel Mindanao. In der Stadt stürzte ein dreistöckiges Gebäude, in dem unter anderem ein Restaurant der Kette Jollibee untergebracht war, vollständig ein, wie CNN berichtet. Teile des St.-Elizabeth-Krankenhauses wurden so stark beschädigt, dass Patientinnen und Patienten ins Freie verlegt und vorübergehend außerhalb des Hauptgebäudes versorgt werden mussten. An der Notre Dame of Dadiangas University stürzten Gebäudeteile ein, der Flughafen von General Santos wurde nach Behördenangaben für Inlandsflüge geschlossen.
Präsident Ferdinand Marcos Jr. ordnete unmittelbar nach den ersten Erschütterungen Schutzmaßnahmen für die Küstenregionen Mindanaos an. Der Präsident ließ den Unterricht an allen Schulen und Hochschulen in den betroffenen Provinzen aussetzen und wies die zuständigen Behörden zur sofortigen Hilfe an, wie ms-aktuell.de unter Berufung auf das Präsidialamt berichtet.
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Erster Schultag - 3,2 Millionen Schüler betroffen
Das Beben traf die Region ausgerechnet am ersten Schultag des Jahres. Nach Angaben der staatlichen Philippine News Agency waren 3,2 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie 128.000 Lehrkräfte und Bedienstete betroffen. Weil zum Zeitpunkt der ersten Erschütterungen vielerorts die morgendlichen Flaggenzeremonien im Freien stattfanden, blieben viele Kinder unverletzt; in Davao Oriental gab es jedoch nach Polizeiangaben mehr als 100 Verletzte unter Schülerinnen und Schülern, die meisten mit Prellungen oder Panikreaktionen.
Das Pacific Tsunami Warning Center hatte zunächst Wellenhöhen von bis zu drei Metern an der philippinischen Küste sowie bis zu einem Meter in Indonesien, Malaysia und Japan vorhergesagt. Tatsächlich registrierte die philippinische Erdbebenwarte Phivolcs Wellen von bis zu 1,4 Metern, im Hafen von Davao City wurde eine Welle von rund 1,5 Metern gemessen; vor Nord-Sulawesi in Indonesien notierten die Behörden eine maximale Höhe von 83 Zentimetern, wie Al Jazeera meldet. Am Mittag hob Phivolcs die Tsunami-Warnung wieder auf.
Stärkstes Beben seit 1990
Bis zum frühen Nachmittag zählte Phivolcs mehr als 180 Nachbeben, das stärkste mit der Magnitude 6,7. Der USGS verortet das Hauptbeben am Cotabato-Graben, einer Subduktionszone, an der die Sunda- und die Philippinensee-Platte aufeinandertreffen. In derselben Region hatte ein Erdbeben der Stärke 8,1 im Jahr 1976 einen Tsunami ausgelöst, dem nach Schätzungen rund 8000 Menschen zum Opfer fielen. Für die Philippinen ist das Beben vom 8. Juni nach Angaben des USGS und Wikipedia das stärkste registrierte Erdbeben seit 1990; damals hatte ein Beben der Magnitude 7,7 auf der Hauptinsel Luzon mehr als 1600 Menschen das Leben gekostet.