Als Shakira am Sonntagabend im MetLife Stadium in East Rutherford die offizielle WM-Hymne „Dai Dai“ anstimmte, saß rund 100 Meter entfernt ein Zuschauer, der über die halbe Popwelt zu einem Ereignis wurde: Gerard Piqué. Der frühere spanische Nationalspieler war mit seinen Söhnen Milan (13) und Sasha (11) zum Endspiel gekommen, ohne seine Partnerin Clara Chía, und hatte den Abend eigentlich für Spanien geplant. Am Ende gewann Ferran Torres in der Verlängerung mit dem 1:0 gegen Argentinien den Titel. Die Bilder, die die Nacht überdauerten, waren andere.
Auf den Live-Übertragungen war zu sehen, wie Sasha auf der Tribüne aufsprang, die Textzeile mitsang und in die Kamera lachte. Sein Vater blieb daneben sitzen, laut Corriere dello Sport „regungslos und mit ernster Miene“. Der Mirror und die spanische Zeitung Hola zeigten Fotos, auf denen Piqué den Blick abwendet, während seine Söhne die Bühne fixieren. Es war das erste Mal seit der öffentlichen Trennung im Juni 2022, dass beide zeitgleich am selben Ort dokumentiert wurden - Shakira auf der Bühne, Piqué in Block 129.
Der spanische Boulevard reagierte prompt. Telecinco titelte, Piqué habe den Auftritt „ohne Clara Chía nach den Gerüchten“ verfolgt, und verwies auf die seit Wochen kursierenden Berichte über Spannungen mit seiner aktuellen Partnerin. Hola hielt fest, dass Piqué mit dem ehemaligen Mitspieler Sergio Busquets angereist sei und beim Halbzeit-Show „eine Schutzhaltung gegenüber den Kindern“ eingenommen habe. In Kolumbien griff El Tiempo den Moment auf, in dem Sasha die Refrainzeile mitsang, während sein Vater danebensaß.
Torres gewinnt heute auf und neben dem Platz.
Auf X, TikTok und Instagram lief der Clip von Sasha, der „Dai Dai“ mitsingt, in wenigen Stunden zu einem der meistgeteilten Ausschnitte des Turniers. Die Fanreaktionen bewegten sich zwischen Häme in Richtung Piqué und Sympathie für die Kinder, die den Abend sichtbar für sich verbuchten. Shakira selbst kommentierte den Zusammentreffen nicht öffentlich. In früheren Interviews hatte die Kolumbianerin darauf verwiesen, dass sie Piqué 2010 bei den Dreharbeiten zu „Waka Waka“ während der WM in Südafrika kennengelernt habe - ohne die WM, so hatte sie einmal gesagt, gäbe es Milan nicht.
Was das Bild sportlich einordnet
Piqué, der 2010 in Johannesburg mit Spanien selbst Weltmeister geworden war, verfolgte am Sonntag den zweiten Titelgewinn seines Landes von der Tribüne aus. Beim Bruder-Duell auf dem Rasen ging es schleppend zu: Die erste Halbzeit endete torlos, das Endspiel war laut Sportschau von nur drei Torschüssen geprägt - der Negativrekord dieser WM. Nico Williams traf in der 96. Minute, Schiedsrichter Slavko Vincic nahm das Tor nach Foulspiel zurück. Erst in der Verlängerung erlöste der eingewechselte Torres die Selección. Für die argentinische Delegation um Lionel Messi endete das Turnier mit der zweiten Finalniederlage in Folge.
Die Boulevardgeschichte, die den Abend überlagert, ist keine Zufallsproduktion. FIFA hatte das erste organisierte Halbzeit-Programm eines WM-Finales monatelang inszeniert, mit Shakira als kolumbianischem Gesicht, Burna Boy als Duettpartner und den Ghetto Kids aus Kampala als Choreografie. Dass ausgerechnet der Ex-Partner der Hauptdarstellerin die Show mit seinen Kindern anschauen würde, war Teil einer öffentlich gewordenen Familiendynamik, die spätestens seit Shakiras Trennungssong „Music Sessions #53“ 2023 einen eigenen Marktwert hat. Am Montagmorgen zählte die Bildstrecke „Piqué, Shakira, die Kinder, das Finale“ bei mehreren spanisch- und italienischsprachigen Ausgaben zu den meistgeklickten Rubriken.