Portugal hat den Auftakt in die Weltmeisterschaft verpatzt. Im NRG Stadium in Houston kam die Mannschaft von Trainer Roberto Martinez am Mittwochabend nur zu einem 1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo, die damit den ersten Punkt ihrer WM-Geschichte holte. Joao Neves hatte Portugal in der sechsten Minute per Kopf in Führung gebracht, Yoane Wissa glich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit aus.
Der Beginn lief nach Plan: Pedro Neto schlug von rechts eine Flanke in den Strafraum, Neves stieg am zweiten Pfosten hoch und nickte zum 1:0 ein. Portugal kontrollierte das Spiel, Cristiano Ronaldo, der in Houston seine sechste Weltmeisterschaft bestreitet, hatte die ersten Abschlüsse. Dann aber wurde Kongo mutiger. Arthur Masuaku flankte aus dem linken Halbfeld, Wissa setzte sich gegen Antonio Silva durch und traf in der fünften Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich.
Der zweite Durchgang gehörte über weite Strecken den Kongolesen. Trainer Sebastien Desabre stellte seine Mannschaft tief und kompakt, Wan-Bissaka und Mbemba blockten Versuche von Bruno Fernandes und Vitinha. Martinez brachte Rafael Leao und Nelson Semedo, der erhoffte Druck blieb aus. Schiedsrichter Abdulrahman Al Jassim aus Katar pfiff nach 95 Minuten ab, das ausverkaufte NRG Stadium feierte die Underdogs.
Historisches Remis für Kongo
Für die Demokratische Republik Kongo, die zuletzt 1974 als Zaire an einer WM teilgenommen hatte, ist das 1:1 mehr als ein Achtungserfolg. Die Mannschaft hatte vor diesem Spiel kein einziges WM-Spiel gewonnen oder unentschieden gespielt. Wissa, der in der Premier League für Newcastle United stürmt, wurde von der ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann als „der Mann, der Kongo Geschichte schreiben liess“ kommentiert.
Portugal liegt nach dem ersten Spieltag in Gruppe K hinter Marokko, das am Dienstag gegen Uruguay gewonnen hatte. Am Sonntag trifft Martinez' Team in Dallas auf Uruguay, Kongo spielt parallel in Atlanta gegen Marokko. „Wir haben Tempo verloren, das darf uns gegen Uruguay nicht passieren“, sagte Bruno Fernandes nach Abpfiff gegenüber MagentaTV.
Wir haben Tempo verloren, das darf uns gegen Uruguay nicht passieren.
Ronaldo, der mit 22 Einsätzen portugiesischer WM-Rekordspieler ist, blieb ohne Torchance und verliess das Feld sichtlich frustriert. Auf der Pressekonferenz verteidigte Martinez seinen Kapitän: „Cristiano hat das getan, was wir verlangt haben. Wir haben gegen einen tief stehenden Gegner zu wenig aus der zweiten Reihe gemacht.“ Die WM, die in Houston so vielversprechend begann, hat für Portugal einen unerwartet schwierigen Auftakt genommen.