Der portugiesische Wetterdienst IPMA hat für die Bezirke Lissabon und Setúbal die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Sie gilt von Mitternacht am Donnerstag bis zum Ende des Freitags. Die Höchstwerte sollen laut IPMA in weiten Teilen des Landes über 40 Grad liegen, im Alentejo werden bis zu 43 Grad erwartet, an einzelnen Orten sogar 44 Grad.

Rot ist die höchste Stufe im portugiesischen System und signalisiert nach Definition der Behörde eine „extreme Wetterrisikolage“. Ungewöhnlich sind vor allem die minimalen Nachttemperaturen: Über weite Strecken Portugals fallen sie nicht unter 20 Grad, im Großraum Lissabon sind Nächte von 24 bis 28 Grad möglich. Ab Freitag stehen auch Coimbra und Leiria auf Rot, ab Freitagnachmittag gilt für Kontinentalportugal mindestens die Stufe Orange.

Das Institut warnt zudem vor extrem hoher UV-Belastung mindestens bis 3. Juli, der UV-Index klettert auf Werte zwischen 10 und 11. Behörden raten von jeder Sonnenexposition zwischen 11 und 16 Uhr ab und empfehlen Sonnenbrille, Kopfbedeckung, langärmelige Kleidung und Sonnenschutzmittel. Nach IPMA-Angaben soll die Hitzeperiode mindestens eine Woche andauern.

Schwacher Seewind, hohe Waldbrandgefahr

Ungewöhnlich sei die Situation vor allem entlang der Küste, teilten Meteorologen der Behörde mit: Der übliche Seewind setzt nur schwach ein, sodass die kühlere Atlantikluft die Ballungsräume kaum erreicht. Der Zivilschutz hat parallel die Waldbrandgefahr im Süden und im Zentrum des Landes hochgestuft. Auch die EU hat nach eigenen Angaben eine Rekordzahl an Löschflugzeugen und Feuerwehrkräften in gefährdete Regionen von Portugal, Spanien, Italien und Griechenland verlegt.

In Spanien werden für die kommenden Tage ähnliche Werte erwartet, im Süden und in der Mitte des Landes zeigen die Modelle wiederholt Spitzen um 42 Grad. Die nationalen Wetterdienste in Westeuropa rechnen für Juli mit mehreren aufeinanderfolgenden Hochdruckphasen, verbunden mit weiter zunehmender Dürregefahr. Portugal reiht sich damit in eine Sommerserie ein, die im Juni bereits im europäischen Binnenland Rekorde gebracht hatte.