Portugal steht im Viertelfinale der WM 2026. In einem chaotischen Sechzehntelfinale am späten Donnerstagabend Ortszeit im Toronto-Stadion gewann die Selecao mit 2:1 (0:0) gegen Kroatien - der entscheidende Treffer fiel in der vierten Minute der Nachspielzeit, als Gonçalo Ramos eine Flanke von Rafael Leao per Kopf verwandelte. Vor 43.036 Zuschauern hatte zuvor Ivan Perisic (53.) die Kroaten in Führung gebracht, bevor Cristiano Ronaldo (68.) einen von Referee Espen Eskas nach VAR-Studium gegebenen Foulelfmeter ausglich. Am Montag um 21 Uhr MESZ trifft Portugal im Achtelfinale in Dallas auf Europameister Spanien.
Die erste Halbzeit verlief zäh und torlos, mit Chancen auf beiden Seiten. Bruno Fernandes und Renato Veiga vergaben früh für Portugal, Josko Gvardiol hatte auf der Gegenseite die beste kroatische Möglichkeit. Nach der Pause aber, so beschrieb es die Sportschau, brach das Feuerwerk los: Perisic schob nach einer Hereingabe von Josip Stanisic zur Führung ein, gefeiert wie eine kroatische Zeitenwende. 15 Minuten später aber traf Nikola Vlasic bei einer Ecke Renato Veiga - Eskas gab Elfmeter nach VAR-Konsultation, Ronaldo verwandelte cool. Für den 41-Jährigen war es der dritte Treffer im laufenden Turnier.
Am ersten Jahrestag des Unfalls seines verstorbenen Ex-Teamkollegen Diogo Jota bezwang der 41 Jahre alte Superstar mit Portugal Modrics Kroatien.
Die Schlussphase geriet zum VAR-Karneval: Insgesamt annullierte der norwegische Schiedsrichter drei Treffer wegen Abseits, darunter einen zweiten von Ronaldo (71.) und einen von Petar Sucic (80.). Dann kam die 90.+4: Rafael Leao, den Trainer Roberto Martinez zusammen mit Joao Neves neu in die Startelf berufen hatte, flankte, Ramos stieg am Fünfmeterraum hoch und köpfte flach ins Eck. Kroatien warf noch einmal alles nach vorn, Gvardiol traf in der 90.+13 tatsächlich - doch auch dieser Treffer wurde nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung von Marco Pasalic zurückgenommen. „Ein fußballerisches Drama“, urteilte 20 Minuten aus Zürich.
Ronaldo bricht Pepes Rekord, Modric verabschiedet sich
Mit seinem Elfmetertreffer schrieb Ronaldo Geschichte: Der 41-Jährige ist nun der älteste Torschütze in einem WM-K.o.-Spiel und löst damit seinen Landsmann Pepe ab, der 2022 mit 39 Jahren getroffen hatte. Auf der Gegenseite bestritt Luka Modric im 202. Länderspiel mutmasslich sein letztes WM-Match. Der 40-Jährige, der mit Ronaldo sechs Jahre bei Real Madrid gespielt hat, wäre beim Turnier 2030 44 Jahre alt. Beide waren sich vor dem Anpfiff um den Hals gefallen, wie NBC Sports berichtete. Nach dem Abpfiff aber ging Modric ohne WM-Titel von der Weltbühne, während Ronaldo seinen Traum vom Turniersieg am Leben hält.
Trikotnummer 21 für Jota
Der Sieg fiel auf ein besonderes Datum. Am 3. Juli 2025 war der portugiesische Nationalspieler Diogo Jota im Alter von 28 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Nach dem Schlusspfiff streifte Ronaldo das Trikot Nummer 21 über - jene Rückennummer, die Jota für Portugal getragen hatte. „Am ersten Jahrestag des Unfalls seines verstorbenen Ex-Teamkollegen Diogo Jota bezwang der 41 Jahre alte Superstar mit Portugal Modrics Kroatien im Sechzehntelfinale von Toronto“, resümierte ZDFheute den emotionalen Rahmen des Abends. Portugal reist nun weiter nach Dallas, wo am Montag im AT&T Stadium das Aufeinandertreffen mit Spanien wartet. Für die Roja war es das zweite K.o.-Duell in Serie, das sie ohne Gegentor überstand. Ein Klassiker in seiner reinsten Form - und ein Match, das über die Turnierhälfte hinweg zu einem der Signature-Duelle dieser WM werden könnte.