Der Tod des Extrembergsteigers Nirmal „Nims“ Purja ist bestätigt. Purjas Expeditionsfirma Elite Exped erklärte am Samstag auf Instagram, der 43-Jährige habe die Lawine vom Donnerstag am pakistanischen Broad Peak nicht überlebt: „Mit tiefer Trauer und unermesslichem Schmerz bestätigen wir den tragischen Tod von Nirmal Purja.“ Der Alpine Club Pakistan (ACP) teilte der Deutschen Presse-Agentur am Samstagabend mit, dass alle zehn Mitglieder der Expedition ums Leben gekommen sind. Purjas Leichnam wurde nach Angaben des Tagesspiegels am Sonntag auf rund 5.700 Metern zusammen mit weiteren Körpern seines Teams gefunden.
Der Lawinenabgang traf am Donnerstagvormittag alle zehn Bergsteigerinnen und Bergsteiger auf dem Weg zum Gipfel des 8.051 Meter hohen Broad Peak. Unter den Toten sind laut ACP sechs Nepalesen, ein Pakistaner, ein Chinese, eine US-Amerikanerin und eine Bergsteigerin aus Oman. Wie wir am Freitag berichteten, hatte Purjas Satellitensender kurz nach 9 Uhr Ortszeit einen Höhenverlust von mehreren hundert Metern registriert, bevor die Übertragung abbrach. Der pakistanische Höhenbergsteiger Sirbaz Khan und sein Kollege Sherzad Karim setzten die Suche am Wochenende mit zwei Hubschraubern fort.
Was bleibt, ist nicht nur die Trauer über seinen Tod, sondern auch die Erinnerung an ein Leben, das er in vollen Zügen gelebt hat.
Kondolenzen aus Kathmandu und London
Der nepalesische Premierminister Balendra Shah reagierte auf Facebook: „Der tragische Tod von sechs Nepalesen und vier ausländischen Bergsteigern, darunter der Weltrekordhalter Nirmal Purja, im Karakorum-Gebirge Pakistans, schockiert uns.“ Bergsteigerlegende Reinhold Messner würdigte Purja auf Instagram - Prinz William schrieb auf der Plattform X, Purjas „unermüdlicher Wille, das scheinbar Unmögliche zu erreichen, gepaart mit seiner Bescheidenheit und Selbstlosigkeit“, habe ihn einzigartig gemacht. Der pakistanische Höhenexperte Irfanullah Baig verwies gegenüber deutschen Medien auf die Wetterlage: Temperaturen von bis zu 40 Grad in den Basisdörfern hätten die Schneedecke destabilisiert und die Lawinengefahr erhöht.
Zweiter Anlauf ohne Zusatzsauerstoff
Purja, ehemaliger Gurkha-Soldat und Angehöriger der britischen Elite-Einheit Special Boat Service, war 2019 innerhalb von sechs Monaten und sechs Tagen zum Rekordhalter aller 14 Achttausender geworden. Die Netflix-Dokumentation „14 Peaks: Nothing is Impossible“ machte ihn einem Millionenpublikum bekannt, seine Autobiografie erschien 2022 auf Deutsch unter dem Titel „Jenseits des Möglichen“. Am Broad Peak hatte Purja den zweiten Anlauf gestartet, alle 14 Achttausender zu besteigen, diesmal ohne Zusatzsauerstoff. Für den Karakorum-Sommer 2026 markiert das Unglück damit die schwerste Katastrophe seit Jahren - der Broad Peak, mit dem benachbarten K2 nur durch den Godwin-Austen-Gletscher getrennt, gilt als einer der gefährlichsten Achttausender überhaupt.