Zwei Tage nach dem Tod des Schauspielers Ralf Richter hat sich seine Familie mit einer ungewöhnlichen Bitte an die Öffentlichkeit gewandt. Sohn Maxwell Richter rief am Mittwoch auf Instagram zu Spenden für die Beerdigung seines Vaters auf. Wie wir gestern berichteten, war der 69-Jährige in der Nacht zum Dienstag in seiner Wohnung in Köln an den Folgen einer Lungenkrankheit gestorben.
„Danke für eure Anteilnahme. Der Verlust meines Vaters Ralf trifft unsere Familie tief“, schrieb Maxwell Richter zu einem Foto des Vaters. „Gleichzeitig stehen wir vor den Kosten, die ein würdevoller Abschied mit sich bringt.“ Angestoßen worden sei die Spendenaktion aus dem Umfeld der Familie, den Aufruf machte der Sohn dann selbst öffentlich, wie t-online und die Abendzeitung München übereinstimmend berichten.
Die Kampagne auf der Plattform GoFundMe lief mit einem Ziel von zunächst 8.000 Euro an. Bereits kurz nach Veröffentlichung sei diese Marke überschritten worden, meldet die Abendzeitung München: Am Donnerstagvormittag hätten mehr als 100 Unterstützer über 8.000 Euro gespendet. Damit läuft die Sammlung praktisch parallel zur ersten Anteilnahme aus dem Filmumfeld an.
Jede Spende, jedes Teilen, jede liebe Nachricht bedeutet uns sehr viel.
Dass die Angehörigen eines im deutschen Kino so präsenten Schauspielers auf Crowdfunding zurückgreifen, hat vereinzelt für Diskussion gesorgt. In den Kommentarspalten der Boulevardmedien wird auf die instabilen Einkommensverhältnisse abseits der großen Produktionen verwiesen: Nach den prägenden Rollen in „Das Boot“ (1981) und „Bang Boom Bang“ (1999) folgten in den späten Jahren vor allem Nebenrollen und Fernsehauftritte, wie news.de anmerkt. Große Rücklagen ließen sich unter diesen Bedingungen selten aufbauen.
Maxwell Richter, der selbst als Schauspieler arbeitet, hatte am Dienstag gegenüber der Bild-Zeitung erklärt, sein Vater habe seit Längerem an der chronischen Lungenerkrankung COPD sowie einer Herzunterfunktion gelitten. Eine Ader zum Herzen habe zuletzt nicht mehr richtig funktioniert. Über den Ort und den Termin der Beerdigung machte die Familie bislang keine Angaben. Die Kinder Maxwell und Aline hatten in einer gemeinsamen Erklärung um Ruhe zum Abschied gebeten.