Der deutsche Schauspieler Ralf Richter ist tot. Der 69-Jährige starb in der Nacht zum Dienstag in seiner Wohnung in Köln, wie sein Sohn Maxwell am Dienstag über Facebook und die Bild-Zeitung mitteilte. Damit verliert das deutsche Kino eine seiner prägenden Ruhrpott-Figuren - vom U-Boot-Matrosen Frenssen bis zum Kleinkriminellen Kalle Grabowski.
„Für uns ist gerade eine Welt stehen geblieben", schrieben Maxwell Richter und seine Schwester Aline in einer gemeinsamen Erklärung, die der Tagesspiegel unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur zitiert. Die Geschwister dankten den Fans für die Wertschätzung ihres Vaters in den vergangenen Jahren und baten um Ruhe zum Abschied. Zurück bleiben zwei Kinder und sechs Enkel.
Sohn Maxwell, selbst Schauspieler, war laut Bild-Zeitung in den letzten Stunden bei seinem Vater. Der 44-Jährige führte den Tod dort auf eine lange Vorgeschichte zurück: Sein Vater habe seit Längerem an der chronischen Lungenerkrankung COPD sowie einer Herzunterfunktion gelitten. Eine Klinikbehandlung vor einigen Monaten habe keine Besserung gebracht, danach sei Richter zusehends abgebaut.
Er war immer ein fröhlicher und liebevoller Mensch.
Managerin Heidrun Buchmaier bestätigte den Tod im Namen der Familie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Gegenüber ZDFheute nannte sie das Sterben „unerwartet und viel zu früh". Richter sei „immer ein fröhlicher und liebevoller Mensch" gewesen und trotz seiner oft rauen Filmrollen ein hingebungsvoller Familienmensch geblieben.
Vom U-Boot-Matrosen zur Ruhrpott-Ikone
Geboren im August 1957 in Essen und aufgewachsen in Bochum, absolvierte Richter die Westfälische Schauspielschule. Der Durchbruch kam mit 24: In Wolfgang Petersens Kriegsdrama „Das Boot" von 1981 spielte er den Zentralemaat Frenssen. Der Film wurde eines der wichtigsten Werke des deutschen Nachkriegskinos und ging 1983 mit sechs Nominierungen ins Oscar-Rennen, darunter Beste Regie und Bestes adaptiertes Drehbuch.
Kultstatus erlangte Richter fast zwei Jahrzehnte später als Kalle Grabowski in Peter Thorwarths Gangsterkomödie „Bang Boom Bang" (1999). Die im Ruhrgebiet angesiedelte Milieustudie machte Richter zur Kultfigur einer ganzen Generation. Er setzte die Zusammenarbeit mit Thorwarth in der sogenannten Unna-Trilogie fort, unter anderem in „Was nicht passt, wird passend gemacht" (2002). Zu seinen Auftritten zählten auch „Manta - Der Film", „Der Eisbär" und „Vorstadtkrokodile" sowie Fernsehrollen in „Tatort", „SOKO" und „Ein Fall für zwei".
Letzter Auftritt fiel aus
Der gemeinsame Auftritt mit Sohn Maxwell beim Startup-Wettbewerb „PITCH BOOM BANG" auf der Kokerei Hansa in Dortmund am 16. September, dessen Name auf Richters berühmtesten Film verweist, fällt nun aus. Für viele im Ruhrgebiet dürfte Richter das bleiben, was er auf der Leinwand meist verkörperte: ein raubeiniger Charakter mit weichem Kern und markanter Stimme.