Die Berliner Feuerwehr hat am Samstag bei der Techno-Demonstration Rave the Planet 50 Feiernde in Krankenhäuser gebracht. 651 weitere Personen wurden vom Sanitätsdienst des Veranstalters vor Ort versorgt, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf die Feuerwehr berichtet. In zwei Fällen bestand Lebensgefahr, mehrere Personen wurden schwer verletzt. Ursachen waren nach Angaben eines Feuerwehrsprechers vor allem Hitze - in Berlin lagen die Temperaturen laut Bericht bei rund 35 Grad -, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Körperverletzungen.

Trotz der Zahl der medizinischen Einsätze zog die Feuerwehr ein ruhiges Fazit. „Aus Sicht der Feuerwehr war es eine sehr entspannte Veranstaltung“, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel. Die Polizei stufte die Parade angesichts der zehntausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer als „störungsarm“ ein und lobte die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und den Rettungsdiensten.

Aus Sicht der Feuerwehr war es eine sehr entspannte Veranstaltung.
- Sprecher der Berliner Feuerwehr, Tagesspiegel

1500 Beamte im Einsatz, 39 vorläufige Festnahmen

Die Sicherheitsauflagen waren nach dem Terroranschlag beim Christopher Street Day drei Wochen zuvor deutlich verschärft worden. Die Polizei war laut t-online mit rund 1500 Kräften, Hubschraubern und Drohnen im Einsatz, dazu kamen etwa 200 zusätzliche Kräfte der Feuerwehr über die reguläre Bereitschaft von rund 600 hinaus. Zufahrten zum Veranstaltungsbereich waren mit Pollern und Sperren gesichert. Bis 22 Uhr zählte die Polizei nach eigenen Angaben 39 vorläufige Festnahmen, unter anderem wegen Betrugs, Beleidigung, Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Die Parade zog wie in den Vorjahren durch den Großen Tiergarten zwischen Großem Stern und Brandenburger Tor. Angemeldet ist sie als politische Demonstration, sie versteht sich als Nachfolgerin der 2010 nach dem Duisburger Unglück eingestellten Loveparade und wird von der gemeinnützigen Rave-The-Planet-gGmbH um Dr. Motte veranstaltet. Nach Angaben der Organisatoren nahmen mehrere zehntausend Menschen an der Demonstration teil.

Erste Großveranstaltung nach dem CSD-Anschlag

Für die Berliner Sicherheitsbehörden war der Rave die erste zentrale Großveranstaltung nach dem tödlichen Anschlag am 25. Juli beim Christopher Street Day, bei dem eine Person getötet und mehr als 30 verletzt worden waren. Nach Einschätzung der Polizei sei der Ablauf trotz der Gefährdungslage geordnet verlaufen. Auch der Sanitätsdienst des Veranstalters sprach am Abend von einem im Vergleich zur Größe der Veranstaltung überschaubaren Einsatzaufkommen.