Matthias Reim hat am Freitag sein 22. Studioalbum veröffentlicht. „Flashback“ erscheint bei Hansa/Sony Music, umfasst 15 Titel und läuft rund 50 Minuten. Der 68-jährige Sänger zitiert darauf offen sein eigenes Werk: Melodien, Riffs und Textbausteine aus mehr als drei Jahrzehnten Karriere tauchen in neuen Arrangements wieder auf, darunter eine Neueinspielung seines allerersten Titels „Von fernen Sternen“.
Reim beschreibt die Platte im Interview mit Schlagerprofis als bewussten Rückgriff. „Ich wollte mich frei machen von Trends, Charts und Erwartungen und einfach Musik machen, die sich richtig anfühlt“, sagt er dort. Sein Sohn Julian habe alte Aufnahmen aus dem Archiv geholt und ihn zum Wiederhören der eigenen Anfänge gebracht. Als Duettpartnerin tritt auf einem Song die Partyschlager-Sängerin Mia Julia auf, außerdem ist eine Kollaboration mit Rapper Finch dabei.
Die Fans können jetzt praktisch auf Schatzsuche gehen und schauen, wo ich mich bei meinen eigenen Songs bedient habe.
Die Kritik reagiert gespalten. Plattentests.de vergibt 5 von 10 Punkten und spricht von „windschiefer Dichtung mit Reimen, die bestenfalls phonetisch näherungsweise gelingen“, räumt zugleich ein, dass Titeltrack und Stücke wie „Keine Freunde bleiben“ oder „Religion“ als Partyanthems funktionieren. Die Nutzerwertung auf derselben Seite liegt bei 8 von 10 - ein Bewertungsspalt, den der Rezensent selbst thematisiert.
Kein Zurück auf den Ballermann
Parallel zum Album-Release hat Reim ein Kapitel für beendet erklärt: den Ballermann. Rund ein Jahrzehnt lang trat er, während er auf Mallorca lebte, wöchentlich in den Bierhochburgen der Insel auf. Gefragt, ob ein Comeback denkbar sei, sagt er der Abendzeitung München: „Nein, das kann ich mir nicht mehr vorstellen.“ Er bereue die Zeit nicht, sie habe ihm „viel bedeutet“ und großen Spaß gemacht.
Heute zieht er große Hallen den Gastauftritten vor. „Wenn ich in der Uber Arena oder in der Wuhlheide stehe oder nach Chemnitz komme und dort Tausende Menschen auf mich warten, ist das etwas ganz Besonderes“, zitiert ihn dieselbe Zeitung. Reim geht 2026 mit einer Jubiläumstour durch Deutschland, die den 36. Jahrestag seines Durchbruchs mit „Verdammt, ich lieb' dich“ markiert - jenem Song, der 1990 sein Debütalbum und ihn selbst wochenlang an die Chartsspitze setzte.
Auf die wiederkehrende Kritik, er protegiere seinen Sohn im Familienbetrieb, reagiert Reim gegenüber Promiflash knapp: „Welcher Vater würde sein Kind nicht unterstützen, wenn er von dessen Talent überzeugt ist?“ Julian Reim war an mehreren Songs des Albums als Autor beteiligt und singt auf der Tour im Chor mit.