Für den am Montag gestorbenen „Breaking Bad“-Darsteller RJ Mitte wird an diesem Freitag im südtexanischen Brownsville eine öffentliche Trauerfeier abgehalten. Der „Celebration of Life“ beginnt um 10 Uhr Ortszeit im Kulturzentrum The Mitte an der 660 East Ringgold Street, wie die Stadt und die Mitte-Stiftung mitteilten. Stadtkommissar Tino Villarreal lud im Namen von Mittes Mutter Dyna „alle Freundinnen und Freunde ein, das Leben ihres Sohnes zu feiern“, berichtet das lokale Nachrichtenportal krgv.com.
Zuvor hatte am Mittwoch ein Sprecher Mittes gegenüber dem US-Magazin „People“ offiziell bestätigt, dass der 34-Jährige durch Suizid gestorben ist. Nach dem Tod am Montag in seinem Haus in Brownsville hatten zunächst nur das Branchenportal TMZ und „Variety“ unter Berufung auf Mitte-Vertraute berichtet, der Schauspieler habe sich das Leben genommen. Die Autopsie der Friedensrichterin Cyndi Hinojosa dauert laut „Deadline“ noch an.
Mittes Serienvater Bryan Cranston hatte am Dienstag auf Instagram schon kurz reagiert, zog in einem zweiten Beitrag am Mittwoch nach: „Ich bin heute Abend in tiefer Verzweiflung, während ich das schreibe“, zitiert ihn das US-Portal Yahoo Entertainment. „RJ Mitte, mein lieber Sohn aus Breaking Bad, ist gestorben. All dieses Versprechen, all dieses Potenzial - jetzt ein solcher Verlust. Besonders erschütternd ist, dass er sich selbst das Leben genommen hat. Warum?“ Serienkollege Luis Moncada, bekannt als Marco Salamanca, erzählte dem US-Branchendienst „Entertainment Now“, er habe Mitte Anfang Oktober noch beim Albuquerque International Balloon Fiesta getroffen und zum Flughafen gebracht.
Verankerung in Brownsville
In Brownsville war Mitte mehr als nur ein nach Texas zurückgekehrter Hollywood-Darsteller. Er stand seit 2019 der Roy F. and Joann Cole Mitte Foundation vor, die seine Großeltern 1994 gegründet hatten. Die Stiftung hatte die Umwandlung des früheren Brownsville Museum of Fine Art in das heutige Kulturzentrum The Mitte vorangetrieben und sich zuletzt im Rahmen einer 40-jährigen Vereinbarung mit der Stadt verpflichtet, mindestens 2,5 Millionen Dollar in den Ausbau des Kulturquartiers zu stecken, berichtet das Lokalmedium „Courier Texas“. Der Mitte Cultural District erhielt 2026 die offizielle Anerkennung als Texas Cultural District.
Brownsvilles Bürgermeister John Cowen Jr. nannte Mitte laut krgv.com eine „Kraft des Guten“ für die Stadt. Daniella Lopez Valdez, Geschäftsführerin des Kulturquartiers, erinnerte in einer Mitteilung daran, Mitte habe „an Brownsville geglaubt“ und Kunst als Brücke zwischen Generationen, Kulturen und Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten verstanden. Die Familie bittet statt Blumen um Spenden an die Mitte-Stiftung und die Zerebralparese-Forschung der Organisation United Cerebral Palsy.
Berichte über Spannungen vor dem Tod
Parallel zur Trauer berichteten mehrere US- und deutschsprachige Medien in den vergangenen Tagen über Spannungen in Mittes privatem Umfeld. TMZ hatte, berufend auf nicht namentlich genannte Personen aus Mittes Umfeld, erklärt, seine Verlobte Kennedy Suarez habe ihn vor eine Entscheidung zwischen ihr und seiner Familie gestellt - vor allem der Mutter Dyna. Das deutsche Musikmagazin „Rolling Stone“ griff den Bericht am Mittwoch auf und schrieb, Mitte habe sich geweigert, seiner Mutter und seiner Schwester Lacianne den Rücken zu kehren. Eine Stellungnahme von Suarez liegt bislang nicht vor. Rolling Stone wie auch TMZ betonen, ein kausaler Zusammenhang zwischen den familiären Belastungen und dem Suizid sei nicht belegt.
Wie wir am Dienstag berichteten, war Mitte seit Oktober 2025 mit Suarez verlobt; der zweite Jahrestag der Verlobung lag laut „Deadline“ nur zwei Tage vor seinem Tod. Mitte hatte seine Rolle als Walter White Jr. in allen fünf Staffeln von „Breaking Bad“ gespielt und war in späteren Jahren vor allem als Botschafter für die Rechte von Menschen mit Behinderung sowie als Fürsprecher seiner Heimatregion am Rio Grande aufgetreten. In Brownsville wird dieser zweite Teil seines Wirkens an diesem Freitag im Mittelpunkt stehen.