Der Transfer, den halb Europa erwartet hatte, ist perfekt. Am Samstagabend akzeptierte Manchester City das jüngste Angebot des FC Barcelona für Rodrigo „Rodri“ Hernández. Wie Forbes und Goal.com übereinstimmend berichten, überweist der Klub 65 Millionen Euro Ablöse an City, hinzu kommen bis zu fünf Millionen Euro an leistungsabhängigen Boni. Der 29-jährige Ballon-d’Or-Sieger von 2024 soll in den kommenden Tagen zum Medizincheck nach Katalonien reisen und einen Vertrag bis 2030 unterschreiben.
Vorausgegangen war ein Transferpoker, der am 9. August begonnen hatte, als die Gespräche zwischen Rodri und Real Madrid ergebnislos zu Ende gingen. Ein erstes Barça-Angebot über 45 Millionen Euro lehnte City ab, auch ein Nachschlag über 60 Millionen Euro plus Boni reichte zunächst nicht. Erst die neue Offerte am 16. August brachte den Durchbruch, wie der US-Wirtschaftstitel Forbes berichtet.
Flicks Anruf und Frenkie de Jongs Verletzung
Am Ende gab nicht das Geld den Ausschlag, sondern das Telefonat. Nach übereinstimmenden Berichten aus dem Umfeld des Vereins überzeugte Trainer Hansi Flick den Spanier in einem persönlichen Gespräch von der sportlichen Perspektive im Camp Nou. Rodris Berater bestätigte laut Forbes, dass sein Klient Barcelona einem finanziell attraktiven Angebot von Real Madrid vorgezogen habe. Ausgelöst wurde die Barça-Offensive durch die schwere Verletzung des niederländischen Sechsers Frenkie de Jong, die den Klub Anfang August in akute Not gebracht hatte.
Es könnte sein, dass uns etwas fehlt.
Für Flick bedeutet der Coup, den achten spanischen Weltmeister von Katar 2022 in seiner Kabine willkommen zu heißen. Rodri führte die Selección im vergangenen Sommer als Kapitän, gewann mit Manchester City vier englische Meistertitel in Serie und 2023 die Champions League. Nach einer schweren Knieverletzung in der Saison 2024/25 kehrte er im Frühjahr 2026 auf sein altes Niveau zurück - genau der Sechser, den Barcelona seit dem Abgang von Sergio Busquets sucht.
Bundesligascout mit Barça-Blick
Der Wechsel ist auch ein Signal Richtung Bundesliga. Flicks Handschrift bei Barcelona - Hochpressing, klare Rollen, deutsches Trainerhandwerk mit spanischem Personal - lockt inzwischen Weltklasse. Für die Premier League ist der Verlust bitter: City verliert seinen Metronom im Mittelfeld mitten in einer Saison, in der Trainer Pep Guardiola nach zwei Jahren ohne Titel wieder angreifen wollte. Rodri wird laut Goal.com bereits vor dem Joan-Gamper-Freundschaftsspiel am kommenden Wochenende im Camp Nou vorgestellt.