Ein spanischer F-18-Kampfjet der NATO hat am Sonntagmorgen eine unbemannte Drohne über Rumänien abgeschossen. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums erfasste die Luftraumüberwachung das Flugobjekt um 04:44 Uhr Ortszeit rund 24 Kilometer nördlich der Stadt Galați, als es aus Richtung der Republik Moldau in den nationalen Luftraum eindrang. Nach Freigabe des Einsatzes stellte der Jet Radarkontakt her und zerstörte die Drohne um 05:01 Uhr.
Der spanische F-18 gehört zu einem Kontingent, das seit Ende Juli am Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogălniceanu bei Constanța stationiert ist und im Rahmen der NATO-Luftraumüberwachung Alpha-Scrambles fliegt. Trümmerteile der Drohne fielen in einem unbewohnten Gebiet zwischen den Ortschaften Băleni und Cudalbi im Kreis Galați nieder. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.
Es ist bereits der vierte Abschuss eines unbemannten Flugkörpers über Rumänien in diesem Jahr. Der US-Oberst Martin O'Donnell, Sprecher des NATO-Kommandos, erklärte, das Bündnis sei „ständig auf der Hut und bereit, sich gegen jede Bedrohung zu verteidigen“. Er deutete an, dass die Drohne russischen Ursprungs zu sein scheine, verwies aber auf noch laufende Untersuchungen. Das rumänische Verteidigungsministerium selbst machte keine Aussage zur Herkunft.
Vierter Vorfall binnen weniger Wochen
Der Einsatz reiht sich in eine Serie mutmaßlich russischer Luftraumverletzungen an der NATO-Ostflanke ein. Bereits am 14. August war eine Drohne über Rumänien niedergegangen, nachdem sie in sehr niedriger Höhe unentdeckt geblieben war. Am 8. August fingen ebenfalls spanische F-18 ein Flugobjekt ab, das rund zwölf Minuten im rumänischen Luftraum unterwegs war, bevor es in Richtung Ukraine zurückkehrte. Ende Mai hatte eine russische Drohne ein Hochhaus in Galați getroffen und zwei Menschen verletzt, wie Behörden damals mitteilten.
Rumänien teilt eine 614 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine und meldet seit dem russischen Großangriff regelmäßig Verletzungen seines Luftraums sowie treibende Minen im Schwarzen Meer. Erst am Donnerstag hatte ein lettischer Eurofighter im Rahmen des NATO Air Policing eine Drohne bei Balvi zur Landung gezwungen, wie das lettische Verteidigungsministerium bestätigte. Die spanische Luftwaffe übernimmt seit dem 31. Juli mit sieben Maschinen und rund 200 Soldatinnen und Soldaten die Sicherung des rumänischen Luftraums bis November.
Verteidigungsminister Radu Miruță lobte laut Mitteilung des Ministeriums sowohl die spanischen Piloten als auch das rumänische Kommandozentrum für die Reaktion. Rumänien habe erneut gezeigt, dass es seinen Luftraum verteidige. Die Rolle Moldaus - als Transitraum für das Flugobjekt - dürfte in Brüssel und Chișinău neue Fragen aufwerfen. Moldau, seit Juni EU-Beitrittskandidat, hatte bereits im Frühjahr über wiederholte Überflüge geklagt.