Rot-Weiss Essen startet die Drittliga-Saison 2026/27 am Sonntag um 16.30 Uhr beim 1. FC Saarbrücken. Für Trainer Uwe Koschinat ist die Partie im Ludwigsparkstadion der erste Prüfstein einer Mannschaft, die er im Sommer sichtbar umgebaut hat - jünger, schneller, mit einem klaren Etappenplan. Übertragen wird die Begegnung ausschließlich bei MagentaSport, das im laufenden Rechtezyklus alle 380 Ligaspiele exklusiv zeigt.
Koschinat hat vor dem Auftakt eine konkrete Marke gesetzt: 20 Punkte aus den ersten zwölf Spielen, dazu eine verbesserte Bilanz bei den Gegentoren. „Ich empfinde das, was wir jetzt formulieren, als sehr, sehr ambitioniert“, sagte er laut liga3-online.de. „Wir wollen aus den ersten zwölf Spielen wieder 20 Punkte holen.“ In der Vorsaison hatte RWE nach zwölf Spieltagen exakt dieselbe Ausbeute geholt und lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang fünf - am Ende reichte es zu Platz drei und der Relegation gegen die SpVgg Greuther Fürth, in der zwei aberkannte Tore und ein 0:2 im Rückspiel den Aufstieg verhinderten.
Neun Neuzugänge hat der Klub geholt, unter ihnen der von 1. FC Nürnberg ausgeliehene Angreifer Semir Telalovic und der aus Magdeburg zurückgekehrte Noah Pesch. Fünf gestandene Namen verließen im Gegenzug die Hafenstraße, darunter Klaus Gjasula, Torben Müsel und Kaito Mizuto. Koschinat setzt bewusst auf eine schlanke Struktur: „Wir haben ja sehr bewusst einen überschaubaren Kader“, sagte er, „du kannst dich in der täglichen Trainingsarbeit wirklich auf einzelne Spieler sehr gut fokussieren.“ Wie wir Ende Mai berichteten, hatte der 54-Jährige nach dem verpassten Aufstieg angekündigt, das Team in der Offensive konsequenter zu machen - die Testspielergebnisse deuten in diese Richtung: 11:0 gegen den VfB Bottrop, 5:1 gegen den ETB Schwarz-Weiß Essen, 4:1 gegen SV Sandhausen, dazwischen ein 0:3 gegen Bundesligist Bayer 04 Leverkusen am 1. August.
Ich empfinde das, was wir jetzt formulieren, als sehr, sehr ambitioniert.
Saarbrücken mit neuem Trainer, alter Rechnung
Auf der anderen Seite steht ein Gegner, der die Vorsaison mit einer historischen Serie ohne Sieg beinahe in den Abstiegskampf gezogen hätte. Erst der Trainerwechsel zu Argirios Giannikis im Februar 2026 kehrte die Statik. Für den Griechen ist es die erste komplette Sommervorbereitung an der Saar. Laut Ankündigung des Vereins werden im Ludwigsparkstadion mehr als 15.000 Zuschauer erwartet, rund 1.650 davon aus Essen. RWE geht mit einer Rechnung in die Partie, die Koschinat lieber begleichen möchte, als sie zu betonen: Fünf Jahre in Folge hat der Klub das erste Ligaspiel einer Saison verloren.
Als wahrscheinliche Startelf zeichnet sich nach den Testspielen und den Signalen aus dem Trainingslager im niederbayerischen Bad Griesbach ein Gerüst mit Jakob Golz im Tor, einer Viererkette um Ben Hüning und Rios Alonso sowie einer beweglichen Offensive um Telalovic und Janne Sietan ab. Hüning, im Winter aus Aachen gekommen, hatte gegenüber dem WDR bereits im Frühjahr gesagt: „Als ich im Winter nach Essen gekommen bin, war eine Entwicklung schon zu erkennen.“ Wie schnell diese Entwicklung Punkte bringt, entscheidet sich ab Sonntagnachmittag in Saarbrücken.