Der FC Bayern hat sich mit PSV Eindhoven über den Wechsel von Ismael Saibari verständigt. Wie die Abendzeitung und Sky am Sonntagabend zuerst meldeten und t-online am Montag bestätigte, zahlen die Münchner 50 Millionen Euro Sockelablöse plus fünf Millionen Euro an leistungsabhängigen Boni. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler unterschreibt einen Vertrag bis 2031, das sind fünf Jahre. Nur Formalien fehlen - der Medizincheck und die Unterschrift.

Genau dieser Medizincheck ist es, der das Geschäft seit Sonntag in der Schwebe hält. Sky-Reporter Florian Plettenberg berichtete am Abend: „Im Hintergrund wird jetzt organisiert und besprochen, wie der Medizincheck absolviert wird - entweder noch während der WM oder erst danach.“ Ursprünglich war geplant, dass Jochen Hahne, der Bayern-Arzt, der derzeit die DFB-Auswahl in den USA betreut, Saibari vor Ort untersucht. Dass Marokko nach dem 1:1 gegen Brasilien als realistischer Achtelfinalkandidat gilt und Saibari am Donnerstag in Foxborough gegen Schottland im Einsatz sein dürfte, lässt die Klubs nun über eine spätere Variante nachdenken.

Was München für 55 Millionen bekommt

Saibari ist der jüngste Eredivisie-Spieler des Jahres - 27 Ligaspiele, 15 Tore, acht Vorlagen, dazu drei Treffer in sieben Champions-League-Partien. Mit PSV holte er Anfang Mai den dritten Meistertitel in Folge. Bei der WM verschaffte er sich am vergangenen Sonntag in East Rutherford internationale Aufmerksamkeit, als er das Tor zum 1:1 gegen Brasilien erzielte. Der gebürtige Belgier mit marokkanischen Wurzeln ist 1,85 Meter groß und auf mehreren Offensivpositionen einsetzbar; am wohlsten fühlt er sich im offensiven Mittelfeld. Vincent Kompany, in München seit einem Jahr Cheftrainer, hatte ihn dem Vernehmen nach intern als Wunschspieler benannt - die Abendzeitung berichtet, Saibari sei in der Säbener Straße seit Wochen als Nachfolger von Nicolas Jackson notiert, der die Münchner Richtung Premier League verlässt.

Im Hintergrund wird jetzt organisiert und besprochen, wie der Medizincheck absolviert wird - entweder noch während der WM oder erst danach.
- Florian Plettenberg, Sky, zum Saibari-Transfer

Bayerns Sommer-Plan steht

Mit Saibari ist Bayerns Sommer-Budget zu großen Teilen verplant. Nach Informationen von t-online stehen den Münchnern in dieser Wechselperiode rund 100 Millionen Euro zur Verfügung, davon binden Saibari (55 Millionen) und Nathaniel Brown (55 Millionen, von Eintracht Frankfurt) bereits den Großteil. Zusätzlich verhandelt Sportvorstand Max Eberl weiter mit OSC Lille über den 18 Jahre alten Mittelfeldspieler Ayyoub Bouaddi, der ebenfalls für Marokko bei der WM spielt. Für PSV ist die Saibari-Ablöse Rekord; der Klub hatte vor Wochen mindestens 50 Millionen Euro aufgerufen, der Spieler hatte einen laufenden Vertrag bis 2029. Wenn Hahne wie zuletzt geplant doch noch in den USA untersucht, könnte der Transfer bereits in dieser Woche offiziell werden. Wenn die Klubs den Medizincheck verlegen, müssen die Bayern-Fans wohl bis nach Marokkos WM-Ende warten.