Zwei Waldbrände haben am Samstag auf der griechischen Insel Salamis nahe Athen mindestens zwei Menschenleben gefordert und Hunderte Urlauber und Bewohner zur Flucht über den Seeweg gezwungen. Die Leichen eines älteren Ehepaars wurden nach Angaben der griechischen Feuerwehr am Strand Peristeria im Süden der Insel geborgen, wie der Feuerwehrsprecher Giannis Artopios dem staatlichen Fernsehsender ERT bestätigte. Neun weitere Menschen mussten mit Brandverletzungen medizinisch versorgt werden.
Die beiden Feuer brachen laut Feuerwehr innerhalb von 20 Minuten fast zeitgleich in Peristeria im Süden und bei Selinia im Osten der Insel aus. Nach Angaben eines Behördensprechers breitete sich einer der Brände „innerhalb von sieben Minuten“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 61 Stundenkilometern in Wohngebiete aus. Das griechische Katastrophenschutzsystem 112 verschickte in kurzer Abfolge vier separate Evakuierungsanordnungen.
Das Feuer breitete sich innerhalb von sieben Minuten aus.
Die Küstenwache setzte fünf Patrouillenboote ein, um Badegäste und Anwohner vom Ufer zu holen; zahlreiche private Boote schlossen sich an. Insgesamt seien mehr als 570 Menschen über den Seeweg in Sicherheit gebracht worden, berichtet die Times of Israel unter Berufung auf die Behörden. Salamis liegt nur rund zwei Kilometer vor dem Athener Hafen Piräus und ist an Sommerwochenenden ein beliebtes Ausflugsziel für Tagesgäste.
260 Feuerwehrleute im Einsatz
Zur Bekämpfung der Brände mobilisierte der Zivilschutz nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP rund 260 Feuerwehrleute, knapp 60 Löschfahrzeuge, zehn Flugzeuge und sieben Hubschrauber. Verstärkung wurde vom griechischen Festland eingeflogen. Der Brand bei Selinia im Osten war nach Angaben der Behörden am Abend weitgehend gelöscht; im Süden bei Peristeria brannten laut Feuerwehr weiterhin einzelne Herde.
Salamis mit rund 37.000 Einwohnern gilt als besonders verletzlich: Die Insel ist dicht besiedelt, die Altersstruktur überdurchschnittlich hoch. Für die Region Attika hatte der Zivilschutz bereits am Vortag die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe ausgerufen. Laut Feuerwehr zählte Griechenland in den vorangegangenen 24 Stunden landesweit 36 Brände - eine für die Hochsaison typische, aber immer noch angespannte Bilanz.
Seit Anfang August starben nach griechischen Behördenangaben bereits fünf Einsatzkräfte bei Löscharbeiten, darunter ein dänischer Hubschrauberpilot, der Anfang des Monats bei einem Zusammenstoß in der Luft ums Leben kam. Der Sommer 2026 reiht sich damit in eine Serie schwerer Brandjahre ein, die auch die kurze Distanz zur griechischen Hauptstadt zunehmend erreichen.