Die Diagnose ist noch nicht final, die Perspektive aber klar: William Saliba wird dem FC Arsenal einen erheblichen Teil der neuen Saison fehlen. Der französische Innenverteidiger musste im WM-Halbfinale am Dienstagabend im Dallas Stadium in Arlington bereits nach einer halben Stunde ausgewechselt werden, wie die Sportschau in ihrem WM-Liveblog berichtete. Am Donnerstag machten in Paris und London die Zahlen aus einem Bericht der L'Équipe die Runde: vier bis fünf Monate Pause, mit einer Rückenoperation als wahrscheinlichster Option.
Frankreich verlor das Halbfinale in Arlington mit 0:2 gegen Spanien und trifft am Samstag in Miami noch auf den Verlierer des zweiten Halbfinales im Spiel um Platz drei. Für Saliba war das Turnier bereits mit seiner Auswechslung in der 30. Minute beendet. Der französische Journalist Julien Laurens berichtete, der 25-Jährige habe seinem Nebenmann während der Partie zugerufen, sein Rücken sei „kaputt“. Trainer Didier Deschamps äußerte sich unmittelbar nach dem Abpfiff nicht zum Ausmaß der Verletzung.
Ich hatte seit Monaten mit kleineren Problemen zu kämpfen und habe die Zähne zusammengebissen, weil Champions League und Premier League anstanden. Die WM findet nur alle vier Jahre statt.
Chronische Beschwerden, verkürzte Trainingswoche
Wie L'Équipe unter Berufung auf das französische Umfeld schreibt, hatte Saliba die vergangene Saison nur mit starken Schmerzmitteln und deutlich reduziertem Trainingsprogramm bewältigt. Bereits in den letzten Wochen der Premier-League-Saison und im Champions-League-Endspurt habe er sich durch die Belastung gearbeitet, so das Portal 4-4-2 unter Berufung auf die französische Sportzeitung. Der österreichische Anbieter laola1 fasste die medizinische Lage am Donnerstag so zusammen: Weitere Untersuchungen seien nötig, ein Eingriff aber wahrscheinlich.
Für Arsenal bedeutet das im schlimmsten Fall einen Ausfall bis Ende 2026 oder Anfang 2027. Saliba stand in der Vorsaison in 50 Pflichtspielen für die Gunners auf dem Platz und war das defensive Fundament in Mikel Artetas Titelaufbau. Der Verein prüft nach Informationen des Web-de-Sportressorts intern bereits, wie die Zentrale im Startprogramm gegen Manchester United und in der Champions-League-Vorrunde ohne den Franzosen zu organisieren ist. Eine offizielle Stellungnahme aus London gab es am Donnerstag nicht.
Kaderplanung unter Zeitdruck
Die Nachricht setzt Arsenals Sommerplanung unter neuen Druck. Der Klub hatte zuletzt vor allem im offensiven Mittelfeld nachgerüstet und die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers nicht als Priorität behandelt. Sollte Saliba tatsächlich operiert werden müssen, dürfte Arteta bis in den späten Herbst mit einer Notlösung planen. Die Transferperiode in England läuft bis zum 1. September - viel Zeit für Nachbesserungen bleibt nicht.