Wie wir am Samstagabend berichteten, endete der Eurovision Song Contest 2026 für Deutschland ernüchternd: Sarah Engels landete mit „Fire“ in der Wiener Stadthalle auf Platz 23 von 25, ohne einen einzigen Punkt aus dem Publikumsvoting. Einen Tag nach dem Finale steht weniger das Ergebnis im Mittelpunkt als die Art, wie die Sängerin damit umgeht - betont gelassen, fast trotzig positiv.
Schon unmittelbar nach der Punktevergabe gab Engels im ESC-Studio gegenüber Moderator Sven Epiney den Ton vor. „Es war Wahnsinn. Also, ich hatte so viel Spaß, und ich bin so happy, dass ich es richtig genießen konnte“, sagte sie laut t-online. Über die Platzierung habe sie sich nicht den Kopf zerbrochen: „Wir hätten einfach nichts anders machen können heute Abend.“
In der Nacht meldete sie sich bei Instagram und wandte sich an die enttäuschten Fans in Deutschland. „Seid nicht traurig, sondern seht das Positive“, schrieb Engels laut queer.de und stellte klar: „Das Ranking ist für mich komplett egal.“ Sie habe vor 180 Millionen Menschen singen dürfen, das zähle für sie. Den Sieg von Bulgariens Dara kommentierte sie gegenüber schlager.de unverhohlen: „Ich find’ den geil. Ich mag Dara, die ist sexy. Ich mag den Song. Also ich bin sehr stolz auf sie.“
Seid nicht traurig, sondern seht das Positive.
Den deutschen Misserfolg ordnete Engels in ein größeres Muster ein. „Ich glaube, das ist kein Geheimnis, dass Deutschland generell es sehr, sehr schwer hat beim Eurovision“, sagte sie gegenüber schlager.de. Tatsächlich reiht sich Platz 23 in eine lange Serie schwacher deutscher Ergebnisse ein. Aus dem Televoting kam diesmal kein einziger Punkt, in der Gesamtwertung standen am Ende zwölf Zähler.
Rückendeckung vom SWR
Der federführende SWR stellte sich demonstrativ hinter seine Kandidatin. Programmdirektor Clemens Bratzler erklärte laut esc-kompakt, Engels habe „wirklich eine super Show abgeliefert“, und nannte sie „eine großartige Botschafterin für Deutschland“. Kritik an Songauswahl und Inszenierung, die in Teilen der Presse laut wurde, sparte der Sender in seinem Statement aus.
Die Reaktionen auf den Auftritt selbst fielen geteilt aus. Im Liveblog des Tagesspiegel hieß es, Engels’ „Fire“-Performance habe großen Applaus bekommen und zum Besten des Abends gehört - verbunden mit der Einschränkung, man habe das alles schon einmal gesehen und gehört. Boulevardmedien wie das OK-Magazin berichteten von Kritik nach dem Final-Auftritt.
Für Engels ist der ESC bereits abgehakt. Schon an diesem Montag steht sie wieder als Satine im Musical „Moulin Rouge“ auf der Bühne. In ihrem schriftlichen Pressestatement zog sie ein versöhnliches Fazit: „Ich bin froh, dankbar und glücklich, dass ich diese Eurovision-Song-Contest Reise machen und für Deutschland beim 70. ESC singen durfte.“