Wenige Stunden vor dem Anpfiff des WM-Finales im MetLife Stadium haben sich Argentiniens voraussichtliche Aufstellung und das taktische Konzept konkretisiert. Trainer Lionel Scaloni geht mit einem defensivstarken 4-4-2 gegen Europameister Spanien in die Partie, angetrieben von einer im Kern unveränderten Weltmeister-Elf. Von der argentinischen Startformation, die im Dezember 2022 in Lusail gegen Frankreich den Titel gewann, stehen nach übereinstimmenden Berichten neun Spieler auch am Sonntag wieder in der Startelf.
Konkret plant Scaloni mit Emiliano Martínez im Tor, davor der Viererkette aus Nahuel Molina, Cristian Romero, Lisandro Martínez und Nicolás Tagliafico. Im Mittelfeld spielen Rodrigo de Paul, Leandro Paredes, Enzo Fernández und Alexis Mac Allister, in der Doppelspitze Lionel Messi und Julián Álvarez. Gegenüber dem Endspiel gegen Frankreich sind damit nur zwei Positionen neu besetzt: Lisandro Martínez ersetzt den zurückgetretenen Nicolás Otamendi in der Innenverteidigung, Paredes rückt für den nicht mehr im Kader stehenden Ángel Di María ins Zentrum. „Alle Spieler haben ordentlich trainiert. Sie sind in bestmöglicher Verfassung“, sagte Scaloni am Samstag laut FIFA-Website auf der Pressekonferenz im MetLife Stadium.
Der Umbau von einem 4-3-3, mit dem Argentinien in Katar noch mit Di María auf dem linken Flügel angetreten war, hin zum kompakten 4-4-2 ist die auffälligste strategische Veränderung. Statt breiter Offensivachse setzt Scaloni auf ein Zentrum mit vier gelernten Sechsern, das die Räume vor Messi und Álvarez zulaufen und die spanischen Ballzirkulationen im Halbraum stören soll. Es ist ein System, das Argentinien schon in den K.-o.-Runden dieser WM erfolgreich gemacht hat: Gegen England und die Schweiz standen jeweils Paredes und de Paul als Doppelsechs, Fernández und Mac Allister davor auf den Halbpositionen.
Spanien mit klassischer Rückkehr zum 4-2-3-1
Auf der anderen Seite rechnen die deutschen Fachmedien mit einem 4-2-3-1 Luis de la Fuentes, das die Struktur des Halbfinals gegen Frankreich weiterträgt. Unai Simón steht im Tor, davor die Viererkette Pedro Porro, Pau Cubarsí, Aymeric Laporte und Marc Cucurella. Rodri und Fabián Ruiz bilden die Doppelsechs, im Zwischenraum agieren Lamine Yamal, Dani Olmo und Álex Baena, im Sturmzentrum Mikel Oyarzabal. De la Fuente hat am Freitag klargestellt, dass sowohl Yamal als auch Porro trotz Blessuren aus dem Halbfinale einsatzbereit sind. „Er hat sich gut erholt, alle haben ordentlich trainiert. Es war sehr schmerzhaft für ihn, aber jetzt geht es ihm bestens“, sagte der Nationaltrainer über Yamal, wie das Portal fussballnationalmannschaft.net am Samstag berichtete.
Alle Spieler haben ordentlich trainiert. Sie sind in bestmöglicher Verfassung.
Der Slowene Slavko Vinčić leitet die Partie, als Video-Assistent ist der Deutsche Bastian Dankert im Einsatz. Anpfiff im MetLife Stadium in East Rutherford ist um 21 Uhr MESZ (15 Uhr Ortszeit), das ZDF überträgt ab 19.30 Uhr live und frei empfangbar, MagentaTV zeigt die Partie parallel in UHD. Sollte Argentinien den Titel verteidigen, wäre es die erste erfolgreiche WM-Titelverteidigung seit Brasilien 1962 - und für Scaloni die Bestätigung, dass Kontinuität in Zeiten hoher Rotation eine echte taktische Waffe sein kann.