Schottland ist nach 28 Jahren mit einem Sieg zurück auf der WM-Bühne. Im Gillette Stadium von Boston bezwang das Team von Steve Clarke am Sonntag Haiti mit 1:0 und übernahm zumindest vorübergehend die Tabellenführung in Gruppe C. Den einzigen Treffer der Partie erzielte John McGinn in der 28. Minute, nachdem Stürmer Che Adams zunächst an Haitis Torhüter gescheitert war.
Der Sieg fiel knapper aus, als es das Kräfteverhältnis vor Anpfiff erwarten ließ. Haiti, das nach 52 Jahren wieder ein WM-Turnier bestreitet, setzte die Schotten mit hohem Pressing und schnellen Vorstößen früh unter Druck. „Wir haben es uns selbst schwer gemacht“, räumte Trainer Clarke nach Abpfiff laut Sportschau ein. Erst nach einer Trinkpause in der ersten Halbzeit fand sein Team die Linie.
Es war nicht mein schönstes Tor, aber wen interessiert das? Darauf haben wir lange gewartet.
Den Treffer leitete der 22-jährige Ben Gannon-Doak von Liverpool ein, der auf der rechten Seite die haitianische Defensive überwand und Adams in Szene setzte. Dessen Abschluss prallte vor die Füße von McGinn, dem Aston-Villa-Profi, der den Ball aus rund 14 Metern in die Maschen drückte. „Es ist der Wahnsinn“, sagte McGinn der Sportschau. „Es war nicht mein schönstes Tor, aber wen interessiert das? Darauf haben wir lange gewartet.“
Haiti enttäuscht trotz Niederlage nicht
Haiti machte den Schotten das Leben in der zweiten Halbzeit weiter schwer. Frantzdy Pierrot, Stürmer beim FC Maccabi Haifa, kam per Kopf zur besten Chance der Karibik-Auswahl, scheiterte aber knapp. Das Team von Sébastien Migné, der seit Ende 2024 als Bundestrainer fungiert, hatte sich über die Concacaf-Qualifikation für das Turnier eingespielt - das letzte WM-Spiel der Grenadiers lag vor diesem Tag 52 Jahre zurück, im Sommer 1974 in München.
Für Schottland geht es am 19. Juni in Atlanta gegen Ecuador weiter, das gegen die Elfenbeinküste 0:1 verloren hat. Clarke wird bis dahin Antworten finden müssen. „Drei Punkte stehen zu Buche, mehr nicht“, sagte der 62-Jährige laut Sky Sports nach dem Spiel. „Wir haben gewonnen, weil wir clever waren, wenn es zählte. Aber wir wissen, was wir besser machen müssen.“ Die Tartan Army durfte trotzdem feiern: 28 Jahre nach der WM 1998 in Frankreich endete der Auftakt nicht mit einer Pleite, sondern mit drei Punkten.