In einem chaotischen Rennen beim Großbritannien-Grand-Prix hat Charles Leclerc am Sonntag in Silverstone seinen ersten Formel-1-Sieg seit 623 Tagen eingefahren. Der Monegasse profitierte in Runde 42 von einem Defekt an Kimi Antonellis Mercedes und rettete den Vorsprung anschließend hinter dem Safety Car ins Ziel. George Russell wurde Zweiter, Lewis Hamilton komplettierte trotz Fünf-Sekunden-Strafe das Podium auf Platz drei.
Antonelli hatte den Sonntag von der Pole aus in Angriff genommen, verlor die Führung aber schon in der ersten Kurve an Leclerc. Bis Runde 41 kämpfte sich der 19-jährige Mercedes-Pilot mit frischeren Reifen an den Ferrari heran. Dann funkte er in die Box: „Irgendwas ist im Auto gebrochen.“ Wie t-online berichtet, steuerte Antonelli mehrfach die Box an, kassierte zusätzlich fünf Strafsekunden für Streckenlimit-Verstöße und fiel aus den Punkterängen zurück. Am Ende blieb Platz neun - nicht genug, um die WM-Führung zu verlieren, aber genug, um den Polster deutlich schrumpfen zu lassen.
Verstappen im Kies, Rennen endet unter gelber Flagge
Vier Runden vor Schluss verlor Max Verstappen in Kurve 15 die Kontrolle über seinen Red Bull. Der viermalige Weltmeister schleuderte ins Kiesbett und blieb liegen, das Safety Car rückte aus. Das Rennen endete hinter dem gelben Auto - Leclerc führte laut sport.de nach einer Renndauer von 1:27:11 Stunden ins Ziel. „Peinlich, schlecht“, sagte Verstappen anschließend, wie motorsport-total.com berichtet, und fügte an: „Ehrlich, ich hasse diesen Wagen.“
Ich bin ja nicht abergläubisch, aber ich komme mir vor, als hätte ich eine schwarze Katze überfahren.
Für Ferrari war der Sonntag doppelt lohnend. Während Leclerc den Sieg holte, sicherte die Scuderia mit einem späten Boxenstopp auch Hamiltons dritten Platz - der Brite hatte kurz nach dem Start eine Fünf-Sekunden-Strafe für Frühstart kassiert. Mercedes ließ Russell hingegen draußen; der 27-Jährige verteidigte den zweiten Rang vor dem Heimpublikum. Nach dem Rennen leiteten die FIA-Kommissare laut ESPN eine zusätzliche Untersuchung gegen Hamilton ein - Vorwurf: Fehlverhalten unter gelber Flagge.
Ferrari zurück, deutsche Bilanz mager
Für Leclerc endet damit eine Durststrecke, die im Oktober 2024 in Austin begann; es ist sein neunter Grand-Prix-Sieg. Auf dem Podium sagte er in den Boxenfunk: „Endlich. Dieser Sieg fühlt sich besonders gut an, auch wenn ich mir ein besseres Ende gewünscht hätte.“ Ferrari fährt in dieser Saison damit das erste Podium mit zwei Autos ein. Die deutsche Bilanz fiel dagegen dürftig aus: Nico Hülkenberg musste seinen Audi laut motorsport-total.com bereits nach 37 Runden mit einem technischen Defekt in Copse abstellen.
In der WM-Wertung bleibt Antonelli mit 179 Punkten Führender, sein Vorsprung ist aber nach dem verlorenen Sieg deutlich geschmolzen. Russell folgt vor Hamilton, Leclerc rückt in die Top vier vor. Der nächste Rennstopp der Königsklasse steht in zwei Wochen in Ungarn an - dann wird sich zeigen, ob Silverstone für Antonelli und Verstappen ein Ausrutscher war oder der Beginn einer Trendwende.