London - Jannik Sinner hat Novak Djokovic am Freitag im Wimbledon-Halbfinale in drei Sätzen ausgeschaltet und folgt Alexander Zverev in das Endspiel am Sonntag. Der italienische Weltranglistenerste setzte sich auf dem Centre Court mit 6:4, 6:4, 6:4 gegen den Serben durch, nach zwei Stunden und 20 Minuten verwandelte er seinen ersten Matchball, wie die Sportschau berichtete.
Sinner blieb das gesamte Match ohne Aufschlagverlust. Er servierte 16 Asse ohne einen einzigen Doppelfehler und ließ Djokovic in drei Sätzen keinen einzigen Breakball zu. Der 24-Jährige zieht damit als Titelverteidiger zum zweiten Mal in Folge in ein Wimbledon-Finale ein - es ist zugleich sein zehntes Grand-Slam-Endspiel.
Ich habe versucht, aggressiv zu bleiben und sehr gut aufzuschlagen, das hat mir sehr geholfen. Er ist wahrscheinlich der beste Returnspieler unseres Sports, deshalb habe ich mein Spiel variabel gehalten.
Djokovic wirkte über die volle Distanz eine Spur zu langsam. ARD-Expertin Andrea Petkovic sagte laut Eurosport, „ab der Mitte des zweiten Satzes wurde Novaks Tank leerer und leerer“. Der 39-Jährige hatte im Viertelfinale gegen Félix Auger-Aliassime über fünf Stunden auf dem Platz gestanden - der körperliche Preis wurde im Duell mit Sinner sichtbar. Für den 24-fachen Grand-Slam-Sieger endet das Turnier zum zweiten Mal in Folge im Halbfinale.
Zverev vor der schwersten Aufgabe seiner Karriere
Für Alexander Zverev, der am Freitag zuvor Arthur Fery mit 7:6, 6:2, 6:4 aus dem Turnier geworfen hatte, ist der Finaltag am Sonntag Chance und Warnung zugleich. Der Hamburger steht als erster deutscher Wimbledon-Finalist seit Boris Beckers Endspiel 1995 auf dem Centre Court - trifft dort aber auf einen Gegner, gegen den er die vergangenen neun Duelle allesamt verloren hat. In der direkten Bilanz führt Sinner mit 10:4.
Sinner selbst erinnerte nach dem Sieg über Djokovic auch an das letzte Grand-Slam-Duell mit dem Deutschen. „Wir spielen immer sehr harte Matches. Das letzte in Australien hat er gewinnen können. Deshalb habe ich ein paar Anpassungen versucht, auch wenn das hier auf Rasen sehr schwierig ist“, zitierte Eurosport den Italiener. Die Australian Open hatte Zverev im Januar in vier Sätzen für sich entschieden - der bislang einzige Sieg gegen Sinner in einem großen Match.
Das Endspiel am Sonntag ab 17 Uhr MESZ ist für Zverev nach dem French-Open-Titel Anfang Juni die Chance auf den zweiten Grand-Slam-Titel binnen 43 Tagen. Für Sinner geht es um die Titelverteidigung und seinen dritten Wimbledon-Sieg in Folge - er will als zehnter Spieler in der Open Era den Titel im All England Club verteidigen.