Im SoFi Stadium in Inglewood hat die FIFA am späten Freitagabend Ortszeit die US-Etappe der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 eröffnet. Eine 90-minütige Show mit Katy Perry als Headlinerin, dem K-Pop-Star LISA von Blackpink, der Brasilianerin Anitta, dem Nigerianer Rema sowie Future und der südafrikanischen Sängerin Tyla ging dem Eröffnungsspiel der Gastgeber gegen Paraguay voraus. Für deutsche Zuschauer begann das Spektakel um 1.30 Uhr MESZ in der Nacht zum Samstag, der Anpfiff folgte um 3.00 Uhr, wie die ARD-Sportschau in ihrem Programm zur Auftaktfeier aufschlüsselte.

Erster Höhepunkt war die Welturaufführung von „Goals“, dem mehrsprachigen Trio aus LISA, Anitta und Rema. Die drei Künstler traten in weißen Bühnenoutfits auf und teilten den Song nach Sprachen: LISA rappte die englischen Strophen, Anitta wechselte zwischen Englisch, Spanisch und Portugiesisch, Rema steuerte seinen Part bei. Der Track gehört zum offiziellen WM-Album „Game Time“ und verbindet Latin-Pop, K-Pop und Afrobeat - eine Setzung, mit der die FIFA gezielt drei Kontinente an einem Mikrofon zusammenführt.

Katy Perry betrat anschließend in einem silbernen Kleid die Bühne und trug ihren Song „Wonder“ aus dem 2024 erschienenen Album „143“ vor, gemeinsam mit der zehnjährigen norwegischen Sängerin Tius Luka. Tyla und Future spielten ihre Beiträge zum Album „Game Time“. Die US-Nationalhymne sang das Country-Duo Dan + Shay, die paraguayische Hymne übernahm das Folk-Trio Purahei Soul. Schauspieler Jason Sudeikis - der mit der Serie „Ted Lasso“ zum Fußball-Botschafter geworden ist - fungierte als Zeremonien-Ambassador und führte durch den Abend.

Trumps Absage, Infantinos Vielfalt-Botschaft

US-Präsident Donald Trump war zum Eröffnungsspiel seines Landes nicht angereist; Außenminister Marco Rubio vertrat die Regierung im SoFi Stadium, wie die Sportschau in ihrer Vorberichterstattung bestätigte. FIFA-Präsident Gianni Infantino positionierte die Show stattdessen als kulturelles Statement und betonte, die Zeremonie spiegele die kulturelle Vielfalt der Vereinigten Staaten und die Lebendigkeit ihrer vielen Diasporas. Eine Setzung, die in einem Land mit verschärftem Streit über Migrationspolitik nicht zufällig wirkt.

Optisch hielt die Show nicht alles, was sie versprach. Während der ersten Auftritte von LISA und Tyla blieben sichtbar Sektoren des Stadions leer; viele Zuschauer trafen erst gegen Ende der Show ein, berichtete Outlook India aus Inglewood. Erst zur zweiten Hälfte füllte sich der Innenraum vor der Bühne, rechtzeitig für Perrys Auftritt und den Anpfiff.

Dritte Show nach Mexiko-Stadt und Toronto

Es war die dritte und letzte Eröffnungsfeier dieses Turniers. Im Aztekenstadion hatten am 11. Juni Shakira und Burna Boy den offiziellen WM-Song „Dai Dai“ präsentiert, in Toronto folgte die kanadische Variante. Tyla trat sowohl in Mexiko-Stadt als auch im SoFi Stadium auf - die einzige Künstlerin, die bei zwei Eröffnungsfeiern dabei war. Die FIFA verteilt ihre Sterne bewusst, um jeden der drei Gastgeber in Szene zu setzen.

In Deutschland hält die Telekom-Tochter Magenta TV als WM-Rechteinhaberin die komplette Live-Übertragung der Zeremonie exklusiv. ARD und ZDF beschränken sich auf Ausschnitte, die Sportschau stellte Highlights nach der Show auf ihren YouTube-Kanal. Das anschließende Eröffnungsspiel USA gegen Paraguay läuft im deutschen Free-TV bei der ARD.