Am Mittwoch, dem 12. August, schiebt sich am frühen Abend der Mond vor die Sonne. In Deutschland ist das Ereignis nur als partielle Sonnenfinsternis zu sehen, allerdings mit einer für Mitteleuropa bemerkenswert hohen Bedeckung: Je nach Standort verdeckt der Mond zwischen 84 und 92 Prozent der Sonnenscheibe. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erreicht Köln mit 88,3 Prozent gegen 20:13 Uhr MESZ den lokalen Maximalwert. Freiburg kommt auf rund 90 Prozent, Berlin auf etwa 85 Prozent.
Die Finsternis beginnt in Deutschland gegen 19:17 Uhr MESZ, ihr Maximum erreicht sie zwischen 20:13 und 20:16 Uhr, im Nordwesten endet sie erst mit dem Sonnenuntergang. Für Sylt gibt das DLR den Beginn mit 19:12 Uhr an, für Kleve das Ende mit 21:04 Uhr. Weil die Sonne dann tief im Westnordwesten steht, ist eine freie Sicht bis zum Horizont Voraussetzung, hohe Häuser oder ein bewaldeter Hügel reichen, um das Schauspiel zu verpassen.
Erste Kernschatten-Route über Europa seit 1999
Der Kernschatten des Mondes zieht auf einer schmalen Bahn von Grönland über Island bis zum westlichen Mittelmeer. In Reykjavík dauert die Totalität nach Berechnungen der Riffreporter-Redaktion 51 Sekunden, in Nordspanien - im Raum León und Burgos - über 100 Sekunden. Auf den Balearen endet der Pfad mit maximal 1 Minute 36 Sekunden, bevor der Schatten die Erde in Richtung Kap Verde verlässt. Wie Riffreporter berichtet, fällt der Kernschatten damit „erstmals seit 27 Jahren wieder auf das europäische Festland“ - zuletzt geschah das bei der Finsternis vom 11. August 1999, an die sich viele in Deutschland noch erinnern. Für Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905.
Erstmals seit 27 Jahren fällt der Kernschatten des Mondes wieder auf das europäische Festland.
Spanien rechnet in der Woche der Finsternis mit mehr als 445.000 zusätzlichen Gästen, wie die Agentur Europapress unter Berufung auf die Zentralregierung meldet. Die Balearen-Regierung hat für den Nachmittag des 12. August rund zwanzig Zufahrtsstraßen zu Naturschutzgebieten, Leuchttürmen und Aussichtspunkten zwischen 15:00 und 21:00 Uhr gesperrt; Zutritt haben nur Anwohner mit Ausweis, akkreditierte Beschäftigte, Hotelgäste mit Buchung und Rettungsdienste. „Die Inseln werden nicht abgeriegelt“, stellte die Regionalregierung laut t-online klar - eingerichtet werden 26 offizielle Beobachtungszonen auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Auf den Balearen ist die Verfinsterung zwischen 20:30 und 20:34 Uhr MESZ zu sehen.
Bundesamt warnt vor ungeschütztem Blick in die Sonne
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) weist ausdrücklich darauf hin, dass die Finsternis nur mit geprüfter Sonnenfinsternisbrille oder anderem wirkungsvollen Filter beobachtet werden darf. „Der direkte Blick in die Sonne mit ungeschützten Augen sollte vermieden werden“, teilt das BfS auf seiner Themenseite mit; die Netzhaut könne in kürzester Zeit stark geschädigt werden. Handelsübliche Sonnenbrillen, belichtete Filme oder Rauchgläser reichen nicht aus. Wer die kommenden Tage nutzt, um eine zertifizierte Brille zu besorgen, ist auf der sicheren Seite - für viele in Deutschland wird es die nächste Gelegenheit lange bleiben. Die nächste totale Sonnenfinsternis, die in Teilen Deutschlands zu sehen sein wird, fällt nach Berechnungen der Astronomen auf das Jahr 2081 und wird nur im Grenzgebiet zu Österreich und der Schweiz sichtbar sein.