Sony Interactive Entertainment stellt die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele ein. In einem Beitrag auf dem PlayStation-Blog kündigte Sid Shuman, Senior Director für Content Communications bei Sony Interactive, am Mittwoch an, dass ab Januar 2028 keine Blu-ray-Datenträger für neue Titel mehr hergestellt werden. Die Überschrift des Blog-Eintrags lässt keinen Interpretationsspielraum: „Die Produktion physischer Discs für neue Spiele auf PlayStation-Konsolen endet im Januar 2028“.
Bereits erschienene Spiele und alle Titel, die bis zum Stichtag noch auf Disc ausgeliefert werden, sind laut Shuman von der Umstellung ausgenommen. Sammlungen, die Kundinnen und Kunden zu Hause im Regal stehen haben, bleiben spielbar. Neue Veröffentlichungen ab 2028 werden Sony zufolge ausschließlich digital vertrieben - entweder direkt über den PlayStation Store oder über den stationären Handel, der dann Download-Codes statt Discs verkaufen soll. Als Modell nennt die Fachpresse den bereits angekündigten Verzicht von Rockstar Games auf eine echte Disc-Version von Grand Theft Auto VI.
Sony begründet den Schritt mit dem veränderten Kaufverhalten: Die Nachfrage nach digitalen Medien übersteige die nach physischen Datenträgern inzwischen deutlich. Wie GamesWirtschaft am Mittwoch schrieb, werden bereits heute rund 85 Prozent der PlayStation-5-Spiele als Download verkauft. Der Konzern habe auf diese Verschiebung schon in der Hardware reagiert: Die PS5 in der überarbeiteten Slim-Fassung von Ende 2023 sowie die PS5 Pro von 2024 werden serienmäßig ohne Laufwerk ausgeliefert, ein externes Disc-Modul lässt sich optional andocken.
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Handel, Sammler, Second Hand
Die Ankündigung dürfte den stationären Handel spürbar verändern. Wie Eurogamer berichtet, sollen Ketten wie Media Markt, Saturn oder Amazon nach 2028 bei neuen PS5- oder PS6-Titeln nur noch Guthabenkarten und Aktivierungscodes ins Regal stellen. Für die Preisgestaltung bedeutet das eine Verschiebung: Sonys eigener Store gewinnt an Gewicht, klassische Handelsrabatte auf physische Titel entfallen. Auch der Gebrauchtmarkt steht vor einem Bruch. Weiterverkauf, Verleih oder Ausleihen setzen einen physischen Datenträger voraus, der bei rein digitalen Käufen nicht mehr existiert.
In Foren und auf Fachportalen zeichnete sich am Mittwoch bereits eine Debatte über Archivierung und Verfügbarkeit ab. Wie Hardwareluxx anmerkte, wird die langfristige Spielbarkeit stärker von Sonys Serverbetrieb abhängen, sobald der PlayStation Store einen Titel irgendwann auslistet oder abschaltet. Wie fragil dieses Modell sein kann, zeigte am selben Tag eine weitere Sony-Ankündigung: Ab August 2026 werden der PlayStation Store auf der PS3 sowie der Vita-Store in ausgewählten Märkten geschlossen, im Juli 2027 sollen die Stores für PS3 und PS Vita weltweit vom Netz gehen.
Ende einer Ära
Sonys Entscheidung ist auch symbolisch. Mit der ersten PlayStation von 1994 hatte sich die CD-ROM als Massenmedium für Konsolenspiele durchgesetzt, spätere Generationen etablierten DVD und Blu-ray. Wenn die Produktion 2028 endet, wird die PS5 die letzte PlayStation-Konsolengeneration sein, für die neue Titel noch auf Disc gepresst wurden. Ob die für 2027 oder 2028 erwartete PS6 überhaupt noch ein Laufwerk erhält, hat Sony bislang nicht kommentiert. Nach der Konzernankündigung vom Mittwoch spricht wenig dafür.