Der 14. Versuch war der erfolgreiche: SpaceX hat am Montagmittag mit seiner Starship-Rakete erstmals den Erdorbit erreicht. Um 14:15 Uhr deutscher Zeit hob die 124 Meter hohe Rakete vom Startgelände Starbase in Texas ab. Rund eine halbe Stunde nach dem Start setzte die Oberstufe 26 Starlink-V3-Satelliten in einer Bahn in 275 Kilometern Höhe aus, wie die Tagesschau meldet. Es ist der erste Orbitalflug in der Geschichte des Programms - und die erste Mission, mit der SpaceX mit der neuen Großrakete Geld verdient.

Elon Musk kommentierte den Flug auf X mit einem einzigen Satz. Die vorangegangenen 13 Testflüge waren allesamt bewusst suborbital angelegt gewesen: Hitzeschild, Steuerung und Wiedereintritt hatte SpaceX schrittweise validieren wollen, bevor Starship echte Fracht transportiert. Mit dem Flug 14 wechselt das Programm nun in die kommerzielle Phase. Die Starlink-V3-Satelliten sind nicht mehr Testmasse, sondern reguläre Nutzlast: Der Musk-Konzern will damit binnen weniger Jahre die weltgrößte Breitband-Konstellation aufrüsten.

First orbital flight of Starship successful!
- Elon Musk, X

Ein Triebwerk fällt aus, die Mission bricht ab

Ganz reibungslos verlief der Flug nicht. Kurz nach der Stufentrennung fiel eines der sechs Raptor-Triebwerke der Oberstufe aus, wie das Portal Watson berichtet. Die verbleibenden fünf Triebwerke reichten aus, um Starship auf die geplante Bahn zu bringen. SpaceX entschied dennoch, die Mission zu verkürzen: Statt der geplanten sechs Erdumrundungen in gut zehn Stunden endete der Flug nach rund drei Stunden mit einer kontrollierten Wasserung im Pazifik, westlich von Chile. Auch der Super-Heavy-Booster wasserte planmäßig im Golf von Mexiko - eine Rückkehr zum Startturm hatte SpaceX für diesen Flug nicht vorgesehen.

Für SpaceX ist der Flug trotz des Triebwerksausfalls ein Meilenstein. Die neuen Starlink-V3-Satelliten sollen laut Herstellerangaben die zehnfache Downlink- und die 22-fache Uplink-Kapazität der Vorgängergeneration bieten. Drei der Satelliten trugen zusätzliche Kameras, die die Hitzeschildkacheln der Oberstufe beim Wiedereintritt filmten - Material, das SpaceX für künftige Missionen mit Besatzung auswertet. Der Fachdienst Raumfahrer.net hatte die geplante Konfiguration bereits vor dem Start beschrieben: die grundsätzliche Umstellung vom reinen Testflug zum Nutzlasttransport.

Politisch steht viel auf dem Spiel. Die NASA plant, Starship für die Rückkehr amerikanischer Astronauten zum Mond einzusetzen; die erste bemannte Mondlandung des Artemis-Programms ist für Ende 2028 vorgesehen. Ohne einen zuverlässig funktionierenden Orbitalflug wäre dieser Zeitplan kaum zu halten gewesen. Auch die Konkurrenz - Blue Origin mit New Glenn, ULA mit Vulcan - hat bislang keinen vergleichbaren Sprung in die vollständige Wiederverwendbarkeit vollzogen. Der erfolgreiche Orbitalflug verschafft Musk in einem hart umkämpften Feld einen deutlichen Vorsprung.

SpaceX kündigte für die kommenden Monate weitere Starlink-V3-Missionen mit Starship an. Die technische Analyse des Triebwerksausfalls soll nach Unternehmensangaben binnen weniger Tage abgeschlossen sein. Für die Rakete selbst gilt der reine Testbetrieb damit als beendet: Beim 15. Flug wird Starship nach Musks Plänen zum Arbeitspferd der SpaceX-Flotte.