Am Freitag um 21 Uhr MESZ stößt das zweite WM-Viertelfinale im SoFi Stadium in Inglewood an. Europameister Spanien trifft auf Belgien, das ZDF überträgt ab 20:15 Uhr im Free-TV, MagentaTV zeigt die Partie parallel in 4K. Spanien reist als klarer Favorit an und hat in fünf Turnierspielen noch kein Gegentor kassiert; Belgien hat sich in zwei Anläufen aus einem Wackelstart in die Runde der letzten Acht geschoben und plant für seine Generation um Kevin De Bruyne, Thibaut Courtois und Romelu Lukaku einen letzten Anlauf.
Die Zahlen der Spanier sprechen für Luis de la Fuentes Elf. Fünf Partien, neun Tore erzielt, keines kassiert. Torhüter Unai Simón hat mit 609 Minuten den italienischen WM-Rekord von Walter Zenga aus 1990 gebrochen und in der K.-o.-Runde bislang jeden Schuss abgewehrt. Im Achtelfinale in Miami reichte Spanien ein 1:0 gegen Portugal, Mikel Merino traf in der 91. Minute. „Das ist die Frucht kollektiver Arbeit, große defensive Stabilität“, sagte de la Fuente danach gegenüber der spanischen Presse.
Belgien hatte im Turnier zunächst gestottert. In der Runde der letzten 32 lag Rudi Garcias Team gegen Senegal bereits 0:2 zurück, ehe es sich in der Verlängerung zu einem 3:2 rettete. Im Achtelfinale in Seattle folgte ein deutliches 4:1 gegen die USA, bei dem Charles De Ketelaere doppelt traf und Romelu Lukaku als Joker sein drittes Turniertor in Folge erzielte. Der Preis war hoch: Mittelfeldstratege Amadou Onana zog sich einen Kreuzbandriss zu und fällt für den Rest des Turniers aus. De Bruyne, gegen die USA absichtlich geschont, kehrt am Freitag in die Startelf zurück.
Es ist ein anderer, verbesserter Lamine. Wie die Jugend sagen würde: Wir sehen Version zwei-Komma-etwas.
Auf spanischer Seite dreht sich vieles um Lamine Yamal. Der 18-Jährige hat in diesem Turnier bislang erst ein Tor erzielt und keinen Assist gegeben, eine Bilanz, die nicht zu seinem Ruf nach der EM 2024 passt. De la Fuente hält an ihm fest und verweist darauf, dass Yamal auch dann Räume für Mitspieler schaffe, wenn er nicht selbst treffe. Yamal selbst gab sich vor der Partie zurückhaltend. „Ich muss den Ball berühren, weiter spielen, Minuten sammeln - dann kommt auch das große Spiel“, sagte er der spanischen Sportzeitung Mundo Deportivo. Ob dieser Freitag der Abend ist, an dem er die K.-o.-Runde umbiegt, wird der Kern der Vorschau bleiben.
Der letzte Anlauf der Roten Teufel
Für Belgien geht es um mehr als eine Halbfinal-Runde. Garcia plant nach übereinstimmenden Vorberichten ein 4-2-3-1 mit Courtois im Tor, davor Castagne, Mechele, Ngoy und De Cuyper, im Zentrum Vanaken und Tielemans, im Angriff Doku, De Bruyne und Trossard hinter De Ketelaere. Es ist die Formation, mit der Belgien seine langjährigen Führungsspieler noch einmal in ein WM-Halbfinale bringen will. Lukaku dürfte auch im Viertelfinale zunächst auf der Bank Platz nehmen, nachdem er zuletzt in drei aufeinanderfolgenden Spielen von dort einwechselte und traf.
Spanien geht mit Cubarsí und Laporte in der Innenverteidigung, Cucurella und Porro auf den Außenpositionen, mit dem Mittelfeld-Dreieck Rodri, Pedri und Dani Olmo, dazu Yamal und Alex Baena auf den Flügeln und Mikel Oyarzabal in der Spitze in die Partie. Der Sieger reist ins Halbfinale nach Boston, dort wartet Frankreich, das am Donnerstag Marokko mit 2:0 aus dem Turnier warf. Für Belgiens Generation um De Bruyne wäre ein Halbfinal-Einzug der erste seit dem dritten Platz von Russland 2018 - und aller Voraussicht nach der letzte.