Am Mittag setzt die Selección am Flughafen Madrid-Barajas auf. Gegen 12.50 Uhr Ortszeit soll die spanische Mannschaft laut der Sportradiokette Cope aus Newark eintreffen, im Gepäck der zweite Weltmeistertitel der Verbandsgeschichte. Wie wir am Sonntag berichteten, entschied ein Treffer von Ferran Torres in der 106. Minute das Endspiel gegen Argentinien 1:0 im MetLife Stadium. Am Nachmittag empfängt König Felipe VI. das Team im Palacio de la Zarzuela, danach folgt der Besuch bei Ministerpräsident Pedro Sánchez in Moncloa. Am Abend rollt der offene Bus durch die Hauptstadt.

Bis zu eine Million Menschen erwartet die Stadt am Bus-Korso, meldet Sport1 unter Berufung auf die Behörden. Der Regierungsdelegierte in Madrid, Francisco Martín, kündigte an, dass 2.050 Beamte der Policía Nacional und 400 Kräfte der Guardia Civil im Einsatz sein werden. Die Verkehrsbetriebe EMT legen 25 Buslinien rund um Cibeles, Recoletos, Prado und Alcalá vorübergehend um.

Der Korso startet am Verkehrsknoten Intercambiador de Moncloa und führt über die Straßen Princesa, Gran Vía und Calle Alcalá zur Plaza de Cibeles. Gegen 21 Uhr soll das Team dort eintreffen. Der spanische Verband RFEF kündigte für den Abend einen DJ-Auftritt und weitere Musikbeiträge an, ohne die Programmpunkte im Detail zu nennen. Die Plaza de Cibeles ist eigentlich die traditionelle Bühne von Real Madrid, das dort seit 1986 Titel bejubelt. Die Nationalmannschaft hatte 2010 den ersten Weltmeistertitel am Puente del Rey am Manzanares gefeiert - die Verlegung an den Brunnen der Kybele ist damit auch eine symbolische Aneignung.

Zweiter Stern nach Johannesburg

Der Empfang beim Königshaus ist protokollarisch, hat aber Signalwirkung. König Felipe VI. hatte Trainer Luis de la Fuente bereits nach dem Halbfinalsieg gegen Frankreich telefonisch gratuliert; der Anruf habe „die Mannschaft mit großem Stolz erfüllt“, zitierte web.de den Bundestrainer. Neben dem König werden Königin Letizia sowie die Prinzessinnen Leonor und Sofía in Zarzuela erwartet. Für Spanien ist der Titel in New Jersey der zweite WM-Stern nach 2010; hinzu kommen vier Europameistertitel, zuletzt 2024 in Berlin.

Das Spiel hätte früher entschieden sein müssen. Die großartigen Paraden von Dibu haben das verhindert. Aber weil wir das Leiden mögen, haben wir gezeigt, dass wir auf alles vorbereitet sind.
- Luis de la Fuente, Pressekonferenz nach dem WM-Finale

De la Fuente hatte am Sonntagabend im MetLife Stadium von Stolz auf „diese Generation von Fußballern, die mit dieser Philosophie gewachsen ist, ein Beispiel für Gruppe, Team, Familie“ gesprochen. Ferran Torres, dessen Volleyschuss in der 106. Minute nach Vorlage von Nico Williams den Titel entschied, dürfte in Madrid neben Kapitän Álvaro Morata und Torschützenkönig-Kandidat Lamine Yamal auf der Bühne stehen. Auch Yéremy Pino, der nach langer Verletzungspause zurück ins Team gefunden hatte, wird erwartet. „Ich hatte schwere Momente in der Reha“, sagte Pino gegenüber Cope, „aber wir sind eine Familie, und die Gruppe hat alles für mich getan.“