Der FC St. Pauli hat auch am vierten Spieltag der 2. Bundesliga keinen Sieg geholt. Am Freitagabend trennte sich der Bundesliga-Absteiger auf der Bielefelder Alm 2:2 vom Aufsteiger DSC Arminia Bielefeld. Für die Hamburger war es das nächste ärgerliche Unentschieden in einer sich zuspitzenden Serie: 188 Tage sind sie inzwischen ohne Pflichtspielsieg, wie t-online vorrechnet.

Bielefeld ging früh in Führung. Jannik Rochelt traf in der 14. Minute für die Ostwestfalen, ehe Taichi Hara in der 20. Minute den Ausgleich für St. Pauli erzielte. Nach der Pause zog Joel Grodowski (51.) nach einem schlecht verteidigten Standard erneut an, den Endstand besorgte der eingewechselte Abdoulie Ceesay. Die Partie leitete Schiedsrichter Felix Prignan.

St. Pauli hatte die Partie über weite Strecken kontrolliert, blieb aber im Chancenspiel zu unpräzise. Neun Gegentore in fünf Pflichtspielen, in jedem Spiel mindestens eines - die Sportschau nennt die Abwehr das aktuelle Grundproblem der Mannschaft. Trainer Marcel Rapp räumte nach dem Schlusspfiff ein, dass sein Team aus der Kontrolle heraus zu wenig Torgefahr entwickelt habe.

Kein Sieg seit dem 28. Februar

Der letzte Pflichtspielsieg der Kiezkicker liegt exakt sechs Monate zurück, ein 1:0 gegen die TSG Hoffenheim aus der Zeit vor dem Abstieg. Seither summieren sich 14 sieglose Pflichtspiele, ergänzt durch das 0:2 in der ersten Pokalrunde gegen den Drittligisten Rot-Weiss Essen im August. Rapp, der Alexander Blessin nach dem Bundesliga-Abstieg abgelöst hat, wartet damit weiter auf seinen ersten Erfolg auf der St.-Pauli-Bank.

Der Kader hat einen tiefen Umbruch hinter sich. Nach den Abgängen von Jackson Irvine, Manolis Saliakas, Karol Mets, Hauke Wahl, Nikola Vasilj und Danel Sinani fehlt es an Führung und Erfahrung - der NDR-Transferbericht bewertete das Sommergeschäft zuletzt kritisch. Neuzugänge wie Marcus Mathisen, Branimir Hrgota, Youssoupha Niang und Gisli Thordarson sollen die Lücken schließen, tragen die Mannschaft aber bislang nicht in die Erfolgsspur.

Wolfsburg kommt zum Millerntor

Mit einem Punkt aus Bielefeld steht St. Pauli bei drei Zählern aus vier Spielen und bleibt im unteren Tabellendrittel hängen. Am kommenden Samstag empfängt die Mannschaft den VfL Wolfsburg am Millerntor - ein Duell zweier Bundesliga-Absteiger, das für die Stimmung im Stadtteil zu einer weiteren Wegmarke werden dürfte.