Der 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga entscheidet an diesem Samstag über zwei Absteiger - und der FC St. Pauli steht dabei mittendrin. Um 15:30 Uhr empfangen die Hamburger im ausverkauften Millerntor-Stadion den VfL Wolfsburg, einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Zeitgleich tritt der 1. FC Heidenheim im heimischen Stadion gegen den 1. FSV Mainz 05 an. Zum ersten Mal in 63 Bundesliga-Spielzeiten gehen die drei Tabellenletzten punktgleich in den Schlusstag: St. Pauli, Heidenheim und Wolfsburg haben jeweils 26 Punkte.
Über die Reihenfolge entscheidet die Tordifferenz. Wolfsburg hält mit minus 26 Treffern den Relegationsrang 16, Heidenheim und St. Pauli stehen mit jeweils minus 29 auf den direkten Abstiegsplätzen 17 und 18, wobei Heidenheim die etwas bessere Bilanz bei den erzielten Toren hat. Nur das Team auf Platz 16 darf in die Relegation und in zwei Spielen gegen den Zweitplatzierten der 2. Bundesliga um den Klassenerhalt spielen. Die Mannschaften auf den Rängen 17 und 18 steigen direkt ab.
Für den FC St. Pauli ist die Rechnung damit eindeutig: Ohne eigenen Sieg gegen Wolfsburg ist der Gang in die 2. Bundesliga nicht mehr abzuwenden, und selbst ein Erfolg reicht nur in Kombination mit Schützenhilfe aus Heidenheim. Dem VfL Wolfsburg würde gegen St. Pauli rechnerisch schon ein Unentschieden genügen, sofern Heidenheim gegen Mainz nicht gewinnt. Verliert St. Pauli, ist der erste Abstieg seit dem Aufstieg 2024 besiegelt.
St. Pauli setzt auf Energie statt Verkrampfung
Die Ausgangslage ist die schlechteste seit der Rückkehr ins Oberhaus: St. Pauli steht erstmals seit dem Aufstieg auf dem letzten Tabellenplatz und wartet seit neun Spielen auf einen Sieg, der jüngste Erfolg datiert vom 28. Februar, ein 1:0 gegen die TSG Hoffenheim. Trainer Alexander Blessin setzt vor dem Endspiel trotzdem auf gelöste Köpfe. „Wichtig ist Lockerheit", sagte Blessin laut der Deutschen Presse-Agentur auf der Pressekonferenz vor der Partie. Mit Blick auf die zuletzt gezeigte Leistung beim 1:2 in Leipzig erklärte er gegenüber der Sportschau: „Wenn wir genau diese Intensität und Agilität reinwerfen, dann sind wir befähigt, das Spiel gegen Wolfsburg zu ziehen." Kapitän Jackson Irvine gab die Marschroute kämpferisch aus: „Glaubt daran, dass wir gewinnen können. Wir schaffen es", zitierte ihn die Sportschau.
Beim VfL Wolfsburg sitzt seit dem 8. März Dieter Hecking auf der Bank, der den Klub als Trainer in den vergangenen Wochen stabilisiert hat. Das Hinspiel im Januar entschieden die Niedersachsen in der Volkswagen Arena mit 2:1 für sich, zuletzt unterlag der VfL allerdings dem FC Bayern mit 0:1. Hecking warnte vor dem Auftritt am Millerntor vor einer anderen Spielanlage: „Das wird ein ganz anderes Spiel. Wir müssen uns gut präparieren und dann werden wir sehen, ob es reicht", sagte er der Sportschau.
Wir haben es uns in den letzten Wochen verdient, dass wir jetzt ein Endspiel haben und danach hoffentlich noch zwei mehr.
Mitentscheidend bleibt das Parallelspiel des 1. FC Heidenheim, das nach dem Schlusspfiff am Millerntor noch über die endgültige Reihenfolge bestimmen kann. Heidenheim verlor nur eine seiner vergangenen sieben Partien und holte in den letzten fünf Spieltagen einen Neun-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz auf. Die Partie St. Pauli gegen Wolfsburg leitet FIFA-Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin, der am 30. Mai auch das Endspiel der Champions League pfeift. Die drei abstiegsrelevanten Spiele wurden um 15:30 Uhr zeitgleich angepfiffen - am Ende dieses Nachmittags stehen zwei Bundesliga-Absteiger fest, ein dritter Klub muss in die Relegation.