Eintracht Frankfurt hat in der ersten Runde des DFB-Pokals einen historischen Erfolg gefeiert. Beim Oberligisten SC St. Tönis 11/20 gewann die Elf von Trainer Adi Hütter am Freitagabend im ausverkauften Grotenburg-Stadion in Krefeld mit 11:0 (10:0). Es ist der höchste Pokalsieg der Vereinsgeschichte - der bisherige Bestwert lag laut Kicker bei einem 10:2 aus der Saison 1976/77. Noch nie zuvor hat eine Mannschaft im DFB-Pokal zur Halbzeit zweistellig geführt.
Vor 10.893 Zuschauern legten die Hessen los, als ginge es um einen Bundesliga-Punkt. Jonathan Burkardt köpfte in der 4. Minute nach einer Ecke ein, sechs Minuten später besorgte Innenverteidiger Robin Koch auf dieselbe Weise das 2:0. Ayoube Amaimouni-Echghouyab (17.), Can Uzun mit einem Doppelschlag (34., 36.), noch einmal Burkardt (29., 41.), Elias Baum (44.), Younes Ebnoutalib (45.+1) und Mario Götze in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+5) schraubten das Ergebnis in einen Bereich, den es im deutschen Pokal so noch nicht gegeben hat. Nach der Pause nahm Frankfurt das Tempo raus, Fares Chaibi setzte in der 87. Minute den Schlusspunkt zum 11:0.
Burkardt gelang mit seinen drei Treffern der erste Dreierpack in seiner ersten Pokalrunde für die Eintracht. St. Tönis, der Fünftligist aus Tönisvorst am Niederrhein, hatte für sein erstes DFB-Pokalspiel überhaupt in die Grotenburg ausweichen müssen, weil die eigene Jahn-Sportanlage die Zulassungskriterien nicht erfüllt. Die 10.893 Karten waren binnen Minuten vergriffen.
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Kastrati vor dem Spiel: „Bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden"
St.-Tönis-Trainer Bekim Kastrati hatte im Vorfeld gegenüber dem Vereinsmedium der Eintracht die Erwartungen realistisch gehalten. Sein Plan sei „defensiv gutes Verhalten und dann versuchen, über die eine oder andere Umschaltsituation Chancen zu kreieren", sagte er. Zum Auftrag an die Mannschaft ergänzte er: „Wir bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden." Sportdirektor Holger Krebs hatte das Duell laut Sportschau als das mit Abstand größte Spiel der Vereinsgeschichte eingeordnet.
Nach dem 10:0-Halbzeitstand nahm der Bundesligist erkennbar Rücksicht. Torhüter Simon Sell verhinderte mit mehreren Paraden ein noch höheres Ergebnis, in der zweiten Hälfte hielten die Gastgeber defensiv besser dagegen. „Lasst es uns genießen", hatte Kastrati das Motto für seinen Klub ausgegeben - trotz der Rekordniederlage dürfte die Erinnerung an einen ausverkauften Freitagabend im Grotenburg-Stadion in Tönisvorst bleiben.
Für Frankfurt ist die zweite Runde erreicht, ohne dass Hütter Kraft investieren musste. Der Trainer, der im Sommer nach Frankfurt zurückkehrte, bekam einen Startbaustein, der ligarelevant wenig aussagt: In der Bundesliga wartet am kommenden Samstag Union Berlin. Die eigentliche Marktanalyse für die neue Saison fängt dort erst an.