Am Dienstag jährt sich die Erstausstrahlung von Star Trek zum 60. Mal. Die erste Folge „Die Spitze des Eisberges“ lief am 8. September 1966 im US-Sender NBC, deutsche Zuschauer sahen die Serie unter dem Titel „Raumschiff Enterprise“ erstmals am 27. Mai 1972. Zum Jubiläum brachte die Deutsche Post eine Sonderbriefmarke im Wert von 95 Cent heraus - im Motiv das ikonische Raumschiff USS Enterprise NCC-1701, dazu der Schriftzug „Wo noch nie ein Mensch gewesen ist“, die deutsche Übersetzung von Captain Kirks Vorspann-Zeile.

Die Marke wurde vom Post-eigenen Designer Jan-Niklas Krüger gestaltet und in einer Auflage von 1,3 Millionen Exemplaren gedruckt. Sie wird nach Angaben der Post in Filialen, im Online-Shop und über den Telefon-Bestellservice verkauft, die Ausgabe erfolgt in Auflage des Bundesfinanzministeriums. Am Abend des Jubiläumstags wurde der Post Tower in Bonn im Star-Trek-Logo illuminiert, ergänzt um den Schriftzug {OPEN}60 Jahre Star Trek - Lebe lang und in Frieden{CLOSE}.

Bottrop statt Los Angeles: Fan-Tag im Movie Park

Der offizielle deutsche Jubiläumsschauplatz lag im Ruhrgebiet. Der Movie Park Germany in Bottrop schloss am Dienstag seinen regulären Betrieb und öffnete von 10 bis 20 Uhr ausschließlich für Star-Trek-Fans, der Eintritt war frei. Ausgerichtet wurde der Tag laut Programm im Auftrag von Paramount Germany von den Podcastern Claudia Kern und Björn Sülter vom Podcast {OPEN}Planet Trek fm{CLOSE}. Auf der Bühne standen deutsche Synchronsprecherinnen und -sprecher der Serie - unter anderen Gertie Honeck (deutsche Stimme von Captain Janeway), Michael Tietz (Neelix), Michael Pan (Data) und Sven Plate (Wesley Crusher).

Neben Panels der „Voyager“- und „Next Generation“-Sprecherriegen umfasste das Programm Wissenschaftsvorträge von Dr. Rebecca Haar und Dr. Hubert Zitt, einen Klingonisch-Kurs mit Lieven Litaer, das Quiz „Wer wird Supertrekkie?“ und Stand-up-Comedy von Kristina Sommer. Der Streaming-Dienst Pluto TV übertrug das Bühnenprogramm ab 10:30 Uhr live und werbefrei. Die Deutsche Post betrieb im Park eine Sonderfiliale, in der die neue Briefmarke direkt vor Ort erhältlich war.

Statt Stars aus 60 Jahren Star Trek gibt es vor allem Synchronsprecher.
- Jens Großjohann, Scifinews

Global gefeiert, in Deutschland ohne Kirk und Picard

International griffen die Feierlichkeiten breiter. In London kündigte das Science Museum einen Weltrekord-Versuch für den vulkanischen Gruß an, im U-Bahnhof King's Cross übernahmen Star-Trek-Motive die Werbeflächen, ein Samsung-Store zeigte Sonderfilme. In Los Angeles lief eine Freiluft-Premiere unter freiem Himmel, US-Kinos brachten die ersten vier „Star Trek“-Kinofilme ins Programm zurück. Netzwelt-Redakteur Dariusch Tabatabaei schreibt, das Franchise umfasse inzwischen 15 Fernsehserien und 13 Kinofilme - eine Rechnung, die zeigt, wie weit die einst nach drei Staffeln abgesetzte Originalserie von 1966 gekommen ist.

Die deutsche Fachpresse reagierte gemischt auf den Bottroper Rahmen. Das Portal Scifinews merkte kritisch an, dass Paramount trotz Deutschlands Rolle als nach Angaben des Portals zweitgrößtem Star-Trek-Markt hinter den USA „vor allem Synchronsprecher“ statt internationale Serien-Stars aufgeboten habe. Die Ausrichter verweisen darauf, dass Trekkies traditionell gerade den deutschen Synchronstimmen einen hohen Stellenwert einräumen - und dass der freie Eintritt für einen Feiertag in einem Freizeitpark im Ruhrgebiet ein Signal an die Community sei. Die Sonderbriefmarke bleibt derweil im Verkauf und dürfte, wie Sammlerausgaben zu Jubiläen häufig, schnell ihre Auflage finden.