Die einbrechende Dunkelheit hat am Mittwochabend das Zweitrundenmatch von Jan-Lennard Struff gegen den an 28 gesetzten Brandon Nakashima bei den All England Championships gestoppt. Nach vier Sätzen stand es auf Court 12 zwei zu zwei, der entscheidende fünfte Satz wird am Donnerstag als zweite Partie auf demselben Platz nachgeholt. Nakashima gewann den ersten Satz 6:4, Struff drehte die Partie in zwei Tiebreaks mit 7:6 (8:6) und 7:6 (7:5). Im vierten Durchgang holte der Amerikaner beim achten Satzball im Tiebreak den Ausgleich zum 7:6 (8:6).
Es dominierten die Aufschlagspiele. Nach knapp vier Stunden zählte die ATP-Statistik 71 Asse, 37 für Nakashima, 34 für Struff. Ausgedehnte Ballwechsel blieben deshalb selten. Die Sätze zwei bis vier gingen jeweils in den Tiebreak; die ersten beiden holte Struff, ehe Nakashima im vierten Durchgang aus dem Rückstand heraus zurück ins Match kam und im Tiebreak erst seinen achten Satzball verwertete. Danach war es für die Schiedsrichterin auf Court 12 zu dunkel, das Spiel wurde nach dem vierten Satz abgebrochen.
Es war die zweite Nacht in Folge, in der die Dunkelheit auf Wimbledons Nebenplätzen das Sagen hatte. Bereits am Dienstag war die Erstrundenpartie von Daniel Altmaier nach drei Sätzen unterbrochen worden; der Kempener verlor die Fortsetzung am Mittwoch mit 4:6, 6:3, 5:7, 2:6 gegen den Slowaken Alex Molcan und schied als einziger deutscher Herr in Runde eins aus. Auf den Außenplätzen ohne Flutlicht setzen die Schiedsrichter die Matches ab, sobald das Licht nicht mehr reicht - anders als auf Centre Court und Court No. 1, die unter geschlossenem Dach spielen können.
Was am Donnerstag auf dem Spiel steht
Für Struff wäre ein Sieg der dritte Wimbledon-Drittrundeneinzug in Folge - und laut dem Portal TennisTemple das erste Mal seit Oktober 2025, dass der Warsteiner zwei Hauptfeld-Matches bei einem Grand Slam in Serie gewinnt. In Runde drei würde der frühere Weltranglistenerste Daniil Medwedew warten. Nakashima wiederum kämpft im fünften Satz nicht nur um den Einzug in die dritte Runde, sondern auch darum, seine Setzung als Nummer 28 zu bestätigen.
Der Rest des deutschen Turniers spielt am Donnerstag parallel: French-Open-Champion Alexander Zverev tritt als zweites Match auf Court 1 gegen den Franzosen Valentin Royer an, Yannick Hanfmann trifft auf Court 14 auf den russischen Aufschlagriesen Karen Chatschanow. Struffs entscheidender fünfter Satz auf Court 12 folgt laut Turnier-Order-of-Play ebenfalls in der zweiten Rotation.