Am Montagabend hat das ZDF um 22.15 Uhr erstmals im deutschen Fernsehen den französisch-belgischen Survival-Thriller „Survive - Gestrandet im Ozean“ gezeigt. Regie führte Frédéric Jardin, in den Hauptrollen stehen Andreas Pietschmann als Meeresbiologe Tom und Émilie Dequenne als Ärztin Julia. In der Nacht auf Mittwoch läuft eine Wiederholung, in der Mediathek ist der Film laut ZDF-Programmhinweis bis zum 11. November abrufbar.
Für Dequenne war die Produktion eine der letzten großen Hauptrollen. Die belgische Schauspielerin, 1981 geboren und 1999 in Cannes als beste Darstellerin für „Rosetta“ ausgezeichnet, starb im März 2025 im Alter von 43 Jahren an einer seltenen Krebserkrankung. „Survive“ sei einer ihrer letzten Filme, berichtet das Branchenportal Quotenmeter in seiner Kritik zur ZDF-Ausstrahlung. Pietschmann wiederum ist dem deutschen Publikum vor allem aus der Netflix-Serie „Dark“ bekannt.
Die Handlung setzt vor der Küste Kubas ein. Eine vierköpfige Familie macht mit ihrer Yacht Urlaub auf dem Atlantik, als die Satelliten brennen und ein schwerer Sturm das Boot auf einen Felsvorsprung wirft. Am nächsten Morgen ist das Meer verschwunden - Erklärung des Films: eine abrupte Umkehr der Magnetpole. Die Familie muss zu Fuß einen Tiefsee-Tauchkörper erreichen, bevor das Wasser zurückkehrt. Das Drehbuch stammt von Alexandre Coquelle und Mathieu Oullion, die Außenaufnahmen entstanden im Herbst 2022 in der Dadès-Schlucht bei Boumalne-Dadès in Marokko.
Prämisse stärker als Umsetzung
Die deutsche Fachkritik würdigt die Grundidee, hadert aber mit der Ausführung. Das Kinoportal Filmstarts bescheinigt dem Film „überraschende Härte“ in einzelnen Konfrontationsszenen, Dequennes Spiel transportiere „körperlichen Schmerz und seelische Belastung“, doch die rund fünf Millionen Euro Budget seien für die ambitionierte Prämisse zu knapp bemessen. Die User-Wertung auf Filmstarts liegt bei 2,5 von 5 möglichen Punkten, die FSK gab den Film ab 16 Jahren frei.
Dass das ZDF den Thriller ins Montagskino rückt, passt in das Muster der Reihe: Genrestoffe aus europäischer Koproduktion, ungeschnitten, werbefrei. Vor der TV-Premiere war „Survive“ bereits auf DVD, Blu-ray und Video-on-Demand verfügbar; die Erstausstrahlung am Dienstag der 42. Kalenderwoche löste einen deutlichen Wikipedia-Zugriffsschub aus. Für ein breiteres Publikum rückt mit der Ausstrahlung außerdem noch einmal ins Bewusstsein, wie viele Rollen Dequenne in den Monaten vor ihrem Tod noch gedreht hatte.