Die SV Elversberg spielt von der kommenden Saison an in der Fußball-Bundesliga. Am letzten Spieltag der 2. Bundesliga gewann der Klub aus dem Saarland am Sonntag, dem 17. Mai, mit 3:0 gegen den bereits abgestiegenen SC Preußen Münster und machte damit den ersten Bundesliga-Aufstieg seiner Vereinsgeschichte perfekt. Bambasé Conté traf in der 10. Minute, David Mokwa erhöhte in der 14. und in der 66. Minute. Hinter Meister Schalke 04 beendete Elversberg die Saison auf Rang zwei - beide Klubs steigen direkt auf.
Mit dem Aufstieg kehrt das Saarland nach 33 Jahren in die Bundesliga zurück. Zuletzt spielte mit dem 1. FC Saarbrücken in der Saison 1992/93 ein saarländischer Klub erstklassig; Saarbrücken stieg damals als Tabellenletzter ab. Elversberg ist der 59. Verein der Bundesliga-Geschichte und nach übereinstimmenden Medienberichten der kleinste Standort, den die Liga je hatte: Die Gemeinde Spiesen-Elversberg zählt rund 13.000 Einwohner. Für den Verein, der 1907 gegründet wurde, ist es der dritte Aufstieg binnen fünf Jahren - von der Regionalliga über die 3. Liga bis ins Oberhaus.
„Ein Freund hat mir diese Woche gesagt: Wenn die SVE aufsteigen kann, ist das so, als würde man zum Mond fliegen. Und die Mondlandung haben wir heute geschafft“, sagte Trainer Vincent Wagner nach dem Spiel gegenüber sport.de. Wagner hatte die Mannschaft in einer Saison übernommen, in der mit Vorgänger Horst Steffen, mehreren Leistungsträgern und dem Sportdirektor zentrale Figuren den Verein verlassen hatten. Gegenüber der Sportschau verwies er auf diese Abgänge: „Wir haben in der Saison unseren besten Stürmer verloren, unser Sportdirektor ist auch gegangen - das geschafft zu haben, ist wie eine Landung auf dem Mond.“
Wenn die SVE aufsteigen kann, ist das so, als würde man zum Mond fliegen. Und die Mondlandung haben wir heute geschafft.
Bambasé Conté, der vor dem Saisonfinale rund zwei Monate verletzt gefehlt hatte, erzielte das frühe 1:0 und ordnete den Aufstieg anschließend regional ein: „Es ist ein großer Traum, der da in Erfüllung geht. Jetzt sind wir einfach megastolz, das Saarland zurück in die Bundesliga gebracht zu haben.“ Sportlich gilt Elversberg als Außenseiter: Laut ZDFheute spielte der Klub mit einem der kleinsten Etats der 2. Bundesliga, gemessen an den finanziellen Mitteln nennt der Sender die SVE den größten Überperformer des deutschen Fußballs.
Das Pharmaimperium hinter dem Dorfklub
Hinter dem Verein steht die Familie Holzer. Frank Holzer, 72 Jahre alt, ist Aufsichtsratsvorsitzender der SVE und führt das Pharmaunternehmen Ursapharm, das 1974 von seinem Vater Albrecht gegründet wurde, in rund 80 Ländern aktiv ist und nach Angaben von t-online etwa 350 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt. Ursapharm hält die Namensrechte am Stadion und ist über die Marke Hylo Trikotsponsor. Wie viel die Familie in den Klub steckt, ist nicht öffentlich; in neue Spieler floss laut t-online über ein Jahrzehnt weniger als 1,5 Millionen Euro. Den Erfolg der Vorsaison hatte Holzer als „Lohn für ruhige, kontinuierliche Arbeit“ beschrieben.
Für die Bundesliga muss Elversberg nachrüsten. Das Waldstadion an der Kaiserlinde, das derzeit als Ursapharm-Arena firmiert, wird umgebaut; geplant ist eine Erweiterung auf knapp 16.000 Plätze bis 2027, die Kosten beziffert t-online auf mehr als 30 Millionen Euro. Beim Aufstiegsspiel passten wegen der Bauarbeiten nur 9.700 Zuschauer in die Arena. Vor einem Jahr war Elversberg in der Relegation gescheitert und hatte den Aufstieg knapp verpasst; in dieser Saison stieg ausgerechnet der 1. FC Heidenheim, der die SVE damals gestoppt hatte, direkt aus der Bundesliga ab.
Während Schalke und Elversberg aufsteigen, muss Fortuna Düsseldorf nach einer 0:3-Niederlage gegen Greuther Fürth zurück in die 3. Liga. Den dritten Aufstiegsplatz spielt der SC Paderborn in der Relegation gegen den Bundesliga-16. VfL Wolfsburg aus. Elversbergs erstes Bundesliga-Programm steht damit fest: In der kommenden Saison kommen der FC Bayern und Borussia Dortmund an die Kaiserlinde.