Iga Swiatek ist beim Sandplatzklassiker in Paris früher gescheitert als in den vergangenen sieben Jahren. Die viermalige Roland-Garros-Siegerin verlor am Sonntag im Achtelfinale gegen die ukrainische Außenseiterin Marta Kostjuk mit 5:7, 1:6. Es war Swiateks 25. Geburtstag - und ihr deutlichster Knick auf einem Untergrund, den sie zwischen 2020 und 2024 vier Mal beherrschte.

Die Partie dauerte 1:39 Stunden und kippte nach einer 5:4-Führung Swiateks im ersten Satz. Sie verlor die letzten drei Aufschlagspiele in Folge, beendete den Abend laut Sport1 mit 13 Winnern und 39 unerzwungenen Fehlern und fand danach nicht mehr zurück ins Match. Im zweiten Satz war Kostjuk nahezu nicht zu halten.

Ich habe mich immer schlechter gefühlt. Ich weiß, dass ich verloren habe, weil ich angespannt war. Mein Körper konnte nicht so spielen, wie es nötig gewesen wäre.
- Iga Swiatek, Eurosport

Swiatek selbst sprach auf der Pressekonferenz von einer „einfach schrecklichen“ Niederlage. „Es ist schrecklich, wenn dein Tennis einfach nur schlecht ist“, sagte sie laut Eurosport. Auf die Frage nach Ursachen ließ sie offen, wie schnell sie aus der Form herausfindet: „Es gibt einen Grund dafür, und vielleicht auch eine Lösung. Aber das ist vielleicht keine Sache von einer Woche oder einem Monat.“ Vor dem Turnier hatte sie nach Berichten von Sport1 unter anderem mit Rafael Nadal trainiert.

Kostjuks Sandplatz-Lauf

Für Kostjuk war der Sieg ein Karrieremoment. Die 23-Jährige stand zum ersten Mal im Viertelfinale von Roland Garros und baute ihre Serie auf Sand auf 15 Siege in Folge aus. Vor Paris hatte sie die Turniere in Rouen und Madrid gewonnen. „Ich bin immer noch geschockt“, sagte sie laut t-online. „So eine Spielerin zu schlagen, die hier viermal gewonnen hat - ich kann es nicht glauben.“ Im Viertelfinale trifft sie auf die Siegerin der Partie zwischen Landsfrau Elina Switolina und Belinda Bencic, wie die Rhein-Zeitung berichtet.

Mit Swiatek ist nach Coco Gauff binnen weniger Tage die zweite große Favoritin aus dem Tableau. Eurosport sprach von einem fortgesetzten „Favoritensterben“ in Paris. Die Bahn frei wirkt damit vor allem für die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka, die am Montagabend in der Night Session gegen Naomi Osaka antritt. Sabalenka hatte Swiatek bereits im Halbfinale 2025 aus dem Turnier geworfen - in diesem Jahr trifft sie sie gar nicht erst.

Für Swiatek bedeutet das Aus den Verlust zahlreicher Weltranglistenpunkte und mehr Druck auf die kommende Rasensaison. Seit dem Triumph 2024 hat sie keinen Grand-Slam-Titel mehr gewonnen, und der Pariser Sandplatz galt bis Sonntag als ihr verlässlichstes Pflaster. Die Frage, ob die Polin den Anschluss an die absolute Weltspitze hält, dürfte sie bis Wimbledon begleiten.