Wie wir am Samstag berichteten, hatte Das Erste seinen Sonntagabend kurzfristig umgestellt und den Ludwigshafener Fall „Roomservice“ aus dem Jahr 2015 als Hommage an den am 17. August verstorbenen Schauspieler Andreas Hoppe gezeigt. Die Quote gibt der Programmentscheidung nun recht: Wie das Branchenportal Quotenmeter berichtet, verfolgten 5,58 Millionen Zuschauer die Wiederholung, der Marktanteil lag bei 25,9 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen sahen 0,54 Millionen zu, das entspricht 15,1 Prozent.

Damit gewann die Wiederholung den Sendeplatz klar. Im Zweiten kamen die parallel gestartete Herzkino-Ausstrahlung „Eine Wingoman verliebt sich nicht“ auf 2,51 Millionen Zuschauer und 11,6 Prozent, wie Quotenmeter-Autor Felix Maier in seinem Primetime-Check festhielt. Auch die 20-Uhr-Tagesschau profitierte vom Tatort-Sog: 5,39 Millionen Zuschauer schalteten ein, in der Zielgruppe kam die Nachrichtensendung auf 26,4 Prozent - ein deutlich stärkerer Wert als der Tatort selbst.

„Großartiger Fall, schlechter Nachruf“

Deutlich reservierter fällt das Urteil über die Auswahl des Falls aus. TV Movie überschrieb seine Kritik am Sonntagnachmittag mit der Zeile „Großartiger Fall, schlechter Nachruf“. Redakteur Jonas Kretzer bescheinigt der Folge von Regisseur Tim Trageser zwar „einen gut geschriebenen sowie spannenden Thriller“, hält den Fall aber für die falsche Wahl, um Hoppes zwei Jahrzehnte an der Seite Ulrike Folkerts' zu würdigen: Der Kommissar Mario Kopper trete in „Roomservice“ auffällig wenig in Erscheinung.

Als Nachruf funktioniert „Roomservice“ auf jeden Fall.
- Jonas Kretzer, TV Movie

Der Krimi kreist um den Tod eines Zimmermädchens in einem Ludwigshafener Luxushotel und einen unter Verdacht geratenen EU-Kommissar. Odenthal treibt die Ermittlungen voran, Kopper bleibt Nebenrolle. Kretzer bemängelt daher, die ARD hätte Hoppe mit einer Kopper-lastigeren Folge ein besseres Denkmal setzen können. Ähnlich argumentierte am Freitag die Boulevardredaktion des Portals Digital Fernsehen, die schon vor der Ausstrahlung darauf hingewiesen hatte, dass „Roomservice“ 2015 mit 9,63 Millionen Zuschauern und 27,9 Prozent Marktanteil zwar der erfolgreichste Ludwigshafener Tatort seit Jahren gewesen war, aber wenig Kopper zeige.

SWR wiederholt Kopper-Abschied

Der zuständige SWR hatte bereits am vergangenen Mittwochabend, zwei Tage nach der Bekanntgabe von Hoppes Tod, das reguläre Programm gestrichen und Hoppes letzten Einsatz „Kopper“ aus dem Jahr 2018 um 22:00 Uhr wiederholt. Die Wiederholung im dritten Programm brachte dem Sender laut Digital Fernsehen einen deutlichen Marktanteilssprung. Hoppe hatte von 1996 bis 2018 in 57 Folgen an Folkerts' Seite ermittelt und war Anfang 2018 aus der Reihe ausgestiegen, um sich stärker seiner Arbeit als Umwelt- und Regionalvermarkter zu widmen.

Folkerts hatte am Mittwoch auf Instagram bewegt auf den Tod ihres langjährigen Bühnenpartners reagiert. „Ich bin traurig, Andi, das war viel zu früh, du warst so ein besonderer Typ“, schrieb die Schauspielerin. Die ARD kündigte an, im Herbst zusätzlich zwei weitere Ludwigshafener Klassiker mit Hoppe zu zeigen - die konkreten Sendetermine stehen laut Programminfo Anfang September fest.