Das Erste hat am Pfingstmontag, 25. Mai 2026, um 20.15 Uhr den Stuttgarter Tatort „Vergebung“ wiederholt. Es ist die 1.250. Folge der Reihe und der 31. Fall der Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare). Im Mittelpunkt steht diesmal aber nicht das Ermittlerduo, sondern Gerichtsmediziner Dr. Daniel Vogt (Jürgen Hartmann), dessen Vergangenheit den Fall zu einem persönlichen Drama macht.

Aus dem Neckar wird die Leiche des schwerkranken Mathias Döbele geborgen. Im Blut finden sich toxische Substanzen, eine Fremdeinwirkung ist nicht auszuschließen. Vogt erkennt den Toten als Jugendfreund, schweigt jedoch gegenüber Lannert und Bootz. Im Laufe der Ermittlung kommt heraus, dass Vogt und Döbele 1982 am Ertrinken eines 14-jährigen Jungen beteiligt waren. Dessen Vater, Hans Lentowski, rächt sich nach Jahrzehnten an beiden Männern. Lannert und Bootz retten Vogt im letzten Moment davor, im Neckar denselben Tod zu sterben wie sein Opfer.

Regie führte Rudi Gaul, das Drehbuch verfassten Gaul und Katharina Adler. Gedreht wurde vom 26. April bis 30. Mai 2022 in Stuttgart und Baden-Baden, die Festivalpremiere lief am 29. Mai 2023 beim SWR-Sommerfestival in Stuttgart, die Erstausstrahlung folgte am 19. November 2023 in der ARD. Die Idee, den Pathologen ins Zentrum eines Falls zu rücken, ging laut SWR auf Hartmann selbst zurück.

Vom Quotenhit zur Pfingst-Wiederholung

Beim Erstlauf am 19. November 2023 sahen 9,57 Millionen Menschen zu, der Marktanteil lag bei 31,7 Prozent. Damit gehörte „Vergebung“ zu den stärksten Tatort-Quoten des Stuttgarter Teams überhaupt. Die Wiederholung am Pfingstmontag 2026 erreichte nach Angaben des Wikipedia-Eintrags 2,93 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 14,1 Prozent - ein Wert, der sich im Rahmen einer Montagswiederholung in der laufenden Tatort-Sommerpause bewegt.

Man will die Fans wohl mit der Wiederholung von beliebten Folgen erfreuen.
- Netzwelt zur ARD-Sommerpause-Strategie

Die Sommerpause begründet auch den ungewöhnlichen Sendetag. Die ARD zeigt seit dem 3. Mai keine neuen Tatorte mehr und füllt den Hauptabendplatz bis zum 13. September mit Wiederholungen erfolgreicher Folgen. Pfingstmontag ist dabei kein gewöhnlicher Programmtag, sondern ein Feiertagsplatz mit hoher Verfügbarkeit.

Geteilte Kritik, starkes Finale

Die Rezensionen zur Wiederholung blieben so geteilt wie 2023. Auf der Seite Happy Spots wurde der Fall als „packendes psychologisches Kammerspiel über Schuld und die Lebenslügen einer Jugendclique“ gelobt, das mit einem „verdammt starken Finale“ ende; gleichzeitig hieß es, der Film fokussiere zu stark auf psychologische Tiefe und vernachlässige klassische Ermittlungsarbeit. InsideBW hob die Atmosphäre und das Schauspiel von Jürgen Hartmann hervor, andere Stimmen monierten die deprimierende Grundstimmung. Wer den Fall als Charakterstudie nimmt, wird belohnt; wer ein klassisches Lannert-Bootz-Duell erwartet, geht leer aus.

Dass die ARD ausgerechnet diese Folge an einem Feiertag noch einmal hochlud, dürfte mit der Quotengeschichte zu tun haben. Mit fast zehn Millionen Zuschauern beim Erstlauf zählt „Vergebung“ zu den meistgesehenen Stuttgart-Tatorten der vergangenen Jahre. Auch in der Wiederholung trug der Stoff den Sendeplatz - wenn auch erwartbar deutlich kleiner.