Der britische Schauspieler Tim Curry ist tot. Er starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 80 Jahren in seinem Haus in Los Angeles, wie das US-Portal TMZ am Dienstag zuerst berichtete. Die Polizei war um 23:23 Uhr Ortszeit an Currys Wohnadresse gerufen worden; ein Fremdverschulden werde ausgeschlossen, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Die genaue Todesursache ist bislang nicht bekannt.

Curry, geboren am 19. April 1946 im nordenglischen Grappenhall, war seit einem schweren Schlaganfall im Juli 2012 gesundheitlich stark eingeschränkt. Er saß seit Jahren im Rollstuhl; in seinen Memoiren „Vagabond“, die 2025 erschienen, schrieb er, er könne bis heute nicht wieder gehen. Öffentliche Auftritte hatten sich in den vergangenen Jahren auf Fan-Conventions und wenige Sprechrollen im Studio beschränkt.

Rocky Horror, Pennywise und der schleichende Kultstatus

Berühmt wurde Curry 1973 auf der Bühne des Royal Court Theatre in London als Dr. Frank-N-Furter in Richard O'Briens Musical „The Rocky Horror Show“. Zwei Jahre später übernahm er die Rolle auch in der Kinoverfilmung „The Rocky Horror Picture Show“ von Jim Sharman - ein Film, der bei Kritikern zunächst durchfiel, dann aber zum meistgezeigten Midnight-Movie der Filmgeschichte wurde und Currys strumpfhalterngeschmückter Auftritt in die Popkultur einschrieb.

Er war einer dieser seltenen Schauspieler, die eine Rolle nicht spielten, sondern besetzten - so radikal, dass niemand danach eine andere Version vorstellen konnte.
- Nachruf, The Hollywood Reporter

Es folgte eine Karriere zwischen Kino, Theater und Synchronstudio, die kaum ein Genre ausließ. 1990 spielte Curry in der ersten Verfilmung von Stephen Kings „Es“ den Horrorclown Pennywise, eine Rolle, die eine ganze Generation prägte. In „Kevin - Allein in New York“ gab er den schmierigen Hotelconcierge, in „Jagd auf Roter Oktober“ den zurückgebliebenen sowjetischen Sanitätsoffizier, in „Muppets - Die Schatzinsel“ den einbeinigen Long John Silver. Für seine Bühnenauftritte am Broadway - „Amadeus“, „My Favorite Year“, „Spamalot“ - wurde er dreimal für den Tony Award nominiert.

Currys Todesnachricht sorgte in der Nacht zum Mittwoch international für Trauerbekundungen. Der Autor Richard O'Brien, der die Rolle des Frank-N-Furter für Curry geschrieben hatte, teilte über X mit, er sei „untröstlich“. Die Produktionsfirma Warner Bros., die das Rocky-Horror-Franchise verwaltet, kündigte an, Kinovorstellungen weltweit würden am Wochenende zu Currys Ehren mit einem Schweigemoment beginnen. In Deutschland liefen Currys Filme lange auf ARD, ZDF und Pro7; „Rocky Horror“ gehört seit den achtziger Jahren zum Standardprogramm der Uni-Kinos in Berlin, Hamburg und München.