Die neue ARD/ORF-Krimireihe „Tiroler Blut“ hat am Donnerstagabend ihr zweites Publikum eingesammelt und dabei zugelegt. 5,43 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen den Fall „Am Abgrund“ um 20.15 Uhr im Ersten, der Marktanteil lag bei 25,7 Prozent. Damit übertraf die Folge den Serienstart der Vorwoche, der am 8. Oktober 5,14 Millionen Menschen und 24,7 Prozent erreicht hatte. Das meldet das Branchenportal Meedia unter Verweis auf die Zahlen der AGF Videoforschung.

Die Reihe wird von der deutschen Filmpool Fiction und der österreichischen Rundfilm im Auftrag von ARD Degeto und ORF produziert. Regie führt Matthias Tiefenbacher, das Drehbuch stammt von Christian Jeltsch. Gedreht wurde im Herbst 2025 in Innsbruck und Wien. In der ARD-Mediathek ist der Zweiteiler bereits seit dem 5. Oktober abrufbar, der ORF hatte „Am Abgrund“ drei Tage vor dem Ersten gezeigt.

Im Zentrum steht Chefinspektorin Fanny Gruber, gespielt von Ursula Strauss. In Folge zwei ermittelt sie im Fall einer jungen Frau, die vom Balkon stürzt und zunächst für ein Drogenopfer gehalten wird. Parallel wird die Tochter des Immobilienmanagers Benedikt Renner, dargestellt von Cornelius Obonya, entführt. Die Entführer verlangen keine Lösegeld-, sondern Firmenunterlagen. Als Grubers Tochter Anna, gespielt von Allegra Tinnefeld, von einer Reise zurückkehrt, verknüpft sie die beiden Fälle und stößt auf fragwürdige Immobiliengeschäfte.

Die herausragende Ursula Strauss ist immer gut für ein wenig Sarkasmus und Ironie im Ermittlungsspiel.
- Rainer Tittelbach, tittelbach.tv

Krimi-Donnerstag mit neuem Zugpferd

Für das Erste ist der starke Auftakt ein Erfolg im traditionsreichen Krimi-Donnerstag. Beim Serienstart hatte „Der erste Schuss“ den Tagessieg beim Gesamtpublikum geholt, wie das Branchenportal DWDL festhielt. In der Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen erreichte der Pilot 14,3 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen 8,4 Prozent. Die Konkurrenz blieb deutlich zurück: RTL kam mit „Wer wird Millionär?“ auf 3,07 Millionen, das ZDF zeigte Wiederholungen der „Bergretter“.

Rainer Tittelbach spricht in seiner Besprechung von einem „psychologisch schwierigen Fall“, der weder in „existenzielle Traurigkeit“ noch in „tröstliche Wohlfühlromantik“ kippe. Die Figurenzeichnung zwischen Ermittlerin, Familie und Umfeld hebe die Reihe von Routine-Produktionen des Krimi-Donnerstags ab. Dass die zweite Folge nicht nachließ, sondern leicht zulegte, werteten die Produktionsfirmen gegenüber Meedia als Beleg für eine funktionierende Serie: „Die beiden ersten Folgen der neuen Reihe waren also ein voller Erfolg, weitere werden sicher folgen.“ Ob eine weitere Staffel bestellt wird, haben ARD Degeto und ORF bisher nicht offiziell kommuniziert.