Søren Wærenskjold hat auf der 11. Etappe der Tour de France den ersten Grand-Tour-Sieg seiner Karriere geholt - und er kommt mit einem historischen Etikett. Der 26-jährige Norweger von Uno-X Mobility gewann am Mittwoch das 161 Kilometer lange Teilstück von Vichy nach Nevers im Massensprint vor Olav Kooij und Jasper Philipsen. Der Schnitt von 50,91 Kilometern pro Stunde macht die Etappe zur schnellsten Straßenetappe in der Geschichte der Tour de France, wie Sport1, SRF und die Sportschau übereinstimmend berichten.

Der bisherige Rekord datierte aus dem Jahr 1999. Damals raste Mario Cipollini mit 50,356 km/h zwischen Laval und Blois ins Ziel. 27 Jahre hielt die Marke, ehe das Peloton am Mittwoch über den flachen Kurs durch das Bourbonnais fegte, unterbrochen nur von zwei Anstiegen der vierten Kategorie und einer kurzen Ausreißerphase, in der Mathis Le Berre, Julian Alaphilippe, Nelson Oliveira und Anthon Charmig unterwegs waren. Rund 5,6 Kilometer vor dem Ziel schluckte das Feld die Gruppe, dann drückten die Sprinter-Teams das Tempo weiter hoch.

Wærenskjold setzte sich, wie das Fachblatt Tour-Magazin schilderte, aus der zweiten Reihe im Windschatten von Cees Bol nach vorne, sprang etwa 400 Meter vor der Linie in eine Lücke rechts und ließ Kooij und Philipsen nicht mehr vorbeikommen. Die Jury nahm Philipsen zunächst wegen einer unsauberen Fahrlinie aus der Wertung, korrigierte die Entscheidung aber und beließ ihn auf Rang drei. „Ich muss das erst sacken lassen. Dann bin ich vielleicht glücklicher als jetzt. Es ist eine große Überraschung für mich selbst“, sagte Wærenskjold der Sportschau.

Ich muss das erst sacken lassen. Dann bin ich vielleicht glücklicher als jetzt.
- Søren Wærenskjold, Etappensieger, Sportschau

Ackermann bester Deutscher, Pogačar bleibt in Gelb

Bester deutscher Fahrer war Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla) auf Rang zehn, Max Kanter kam auf Platz 18. In der Gesamtwertung änderte sich an der Spitze nichts. Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) verteidigte das Gelbe Trikot souverän. Der Slowene, den das Schweizer Fernsehen SRF am Mittwoch als 60-fachen Etappensieger im Gelben Trikot ausweist, führt weiter mit 3:36 Minuten vor Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike). Remco Evenepoel liegt als Dritter 4:06 Minuten zurück, Florian Lipowitz belegt als bester Deutscher weiter Rang sechs mit einem Rückstand von 4:44 Minuten.

Trotz des ruhigen Zwischenspurts geriet auch Pogačar in eine kleine Panik, wie er hinterher WEB.DE erzählte: „Als wir angehalten haben, um auf die Toilette zu gehen, war es der Wahnsinn, wieder zurückzukommen.“ Am Donnerstag steht die 12. Etappe an, mit den Zielankünften am Puy Mary öffnet sich das Zentralmassiv - und damit das nächste Kapitel im Duell Pogačar gegen Vingegaard, in dem die Sprinter wieder in die Reserve rücken werden.