An diesem Pfingstmontag tragen wieder Tausende Menschen demonstrativ ein Handtuch durch öffentliche Räume - in Berliner U-Bahnen, an Leipziger Bibliothekstheken, vor den Kuppeln deutscher Planetarien. Der 25. Mai ist seit 2001 der internationale Towel Day, im deutschsprachigen Raum auch Handtuchtag genannt, mit dem Fans den britischen Science-Fiction-Autor Douglas Adams ehren. Adams, der am 11. Mai 2001 mit nur 49 Jahren in Kalifornien an einem Herzinfarkt starb, gilt mit „Per Anhalter durch die Galaxis“ als einer der einflussreichsten humoristischen Sci-Fi-Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.
Die Idee zum Gedenktag stammt von zwei US-amerikanischen Forennutzern, D. Clyde Williamson und Chris Campbell, die nur Tage nach Adams' Tod die Aktion „Towel Day: A Tribute to Douglas Adams“ ausriefen. Das Datum war ein Kompromiss - Adams' Geburts- und Todestag schieden aus organisatorischen Gründen aus, der 11. Februar (42. Tag des Jahres und damit Anspielung auf die berühmte „Antwort auf alles“ aus dem Roman) war Mitstreitern zu kalt. Der 25. Mai setzte sich durch, weil er den Fans genug Vorlauf zur Mobilisierung gab, wie das Portal kuriose-feiertage.de rekapituliert.
Ein Handtuch ist so ziemlich das Nützlichste, was ein interstellarer Anhalter besitzen kann.
Vom Reisetipp zum globalen Kult
Im Roman erklärt Erzähler Ford Prefect dem Protagonisten Arthur Dent ausführlich, warum das Handtuch das wichtigste Utensil eines galaktischen Anhalters sei: Es wärme auf kalten Planeten, diene als Notsegel und signalisiere Mitreisenden professionelle Reisetauglichkeit. Aus der Buchpassage wurde nach Adams' Tod ein internes Geek-Code-System, das Tech-Konzerne wie Google und Apple in ihre Produkte einbauen - die Zahl 42 taucht in Programmiersprachen, Easter Eggs und Suchergebnissen auf, der Hinweis „Don't Panic“ gehört seit Jahrzehnten zum festen Vokabular der englischsprachigen Popkultur.
In Deutschland organisieren mehrere Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen feste Veranstaltungen. Die Stiftung Planetarium Berlin lädt für den Abend um 20 Uhr zu einer Lesung von Dr. Monika Staesche unter dem Sternenhimmel des Zeiss-Großplanetariums, danach läuft ab 21 Uhr die Verfilmung „Per Anhalter durch die Galaxis“ im hauseigenen Kino. Wer mit Handtuch erscheint, zahlt den ermäßigten Eintritt von 7,50 statt 9,50 Euro. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig veranstaltet bereits am Pfingstsonntag von 12 bis 13:30 Uhr eine offene Führung im Museumsfoyer; der Eintritt ist frei, Handtücher sind willkommen.
Auch Bibliotheken und Planetarien beteiligen sich
Weitere Lesungen und Sci-Fi-Programme stehen unter anderem im Planetarium Halle und im Mediendom der Fachhochschule Kiel auf dem Programm, die nach eigenen Angaben den Towel Day als „Gedenktag für den Science-Fiction-Autor Douglas Adams“ mit einem Reise-durchs-Universum-Spezial begehen. Der Handtuchtag fällt damit 25 Jahre nach seiner Erfindung erstmals auf einen deutschen Feiertag - Pfingstmontag - was die Sichtbarkeit zusätzlich erhöhen dürfte. Wer nicht zu einer der Veranstaltungen kommt, hält es traditionell mit Adams' wichtigstem Ratschlag: keep calm, carry a towel.