Der türkische Staatssender TRT hat seinen WM-Kommentator Murat Ekrem Çimen nach einem Auftritt während des Iran-Spiels suspendiert. Çimen war bei der Übertragung der Gruppenphasenpartie zwischen dem Iran und Neuseeland (2:2) am Dienstagabend im SoFi Stadium über die ersten vier Minuten von vertauschten Trikotfarben ausgegangen. Ein Mitschnitt des Patzers verbreitete sich in den sozialen Netzwerken rasch.

Konkret kommentierte Çimen die Partie zunächst so, als trage der Iran die hellen und Neuseeland die dunklen Trikots. Tatsächlich war es umgekehrt. Wie „t-online“ und „Sport1“ berichten, korrigierte er sich erst in der vierten Spielminute, als die Fernsehkamera Irans Kapitän Mehdi Taremi von hinten zeigte und der Rückenname den Irrtum offenlegte.

TRT zog Çimen umgehend aus dem Berichterstattungsteam in den USA ab. In einer Mitteilung sprach der Sender von einem inakzeptablen Fehler, ohne den Kommentator namentlich zu benennen. Eine Persönlichkeit mit über 30 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus dürfe sich einen solchen Patzer nicht erlauben, hieß es laut „derStandard“ in der Stellungnahme. TRT betonte, man dulde keine Praktiken, die bei Veranstaltungen mit Millionenpublikum gegen die Übertragungsstandards verstießen.

Für TRT ist es inakzeptabel, dass eine Persönlichkeit mit über 30 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus einen solchen Fehler begeht.
- TRT, offizielle Stellungnahme

Çimen ist in der Türkei seit Jahrzehnten als Stimme zahlreicher Großturniere bekannt. Wie die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ schreibt, machte ein Mitschnitt der ersten Minuten noch während der Übertragung in türkischsprachigen Netzwerken die Runde. Bis zum Mittwoch hatten auch deutschsprachige Medien wie „Sport1“, „t-online“, „ran“ und die „Heilbronner Stimme“ den Vorfall aufgegriffen.

Über den Nachfolger im TRT-Übertragungsteam machte der Sender keine Angaben. Çimen selbst äußerte sich nach Angaben türkischer Medien öffentlich nicht zu seiner Abberufung. Das Iran-Spiel war mit einem späten Ausgleich dramatisch geendet, der Iran hatte sich nach Rückstand noch zum 2:2 zurückgekämpft. Es war die erste WM-Partie des Landes seit dem politisch aufgeladenen Streit um die Iran-Flagge im SoFi Stadium.