US-Präsident Donald Trump hat am Freitagabend in New York angekündigt, die Straße von Hormus nach einem Sieg über den Iran zum Territorium der Vereinigten Staaten zu erklären. „After we finish defeating Iran, which is being very badly defeated, pretty soon I'll be declaring the Hormuz Strait a territory of the United States“, sagte Trump vor Anhängern in einer Rede am Nassau County Police Academy Center, wie Al Jazeera und The Hill berichten. Die iranische Regierung wies die Ankündigung am Samstag mit scharfen Worten zurück.
„Die Straße von Hormus war iranisch, ist iranisch und wird iranisch bleiben“, schrieb der stellvertretende Außenminister für Rechtsfragen, Kazem Gharibabadi, auf X. Die Passage lasse sich „weder mit einem Tweet noch mit einem Flugzeugträger, noch mit einem Dekret“ übernehmen. Öffnung und Schließung, so Gharibabadi weiter, blieben in iranischer Hand. Der Fernsehsender euronews meldete die Erklärung am Samstagmorgen unter Berufung auf iranische Staatsmedien.
Die Straße von Hormus war iranisch, ist iranisch und wird iranisch bleiben.
Nadelöhr für ein Fünftel des Welthandels-Öls
Über die rund vierzig Kilometer schmale Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel liefen vor Kriegsbeginn Ende Februar 2026 etwa zwanzig Prozent der weltweiten Ölverschiffungen, so Al Jazeera. Seit dem Angriff der USA und Israels auf iranische Militär- und Atomanlagen ist Hormus zur wichtigsten Front eines beispiellosen Wirtschaftskriegs geworden. Ein im Juni ausgehandeltes Memorandum of Understanding scheiterte binnen Wochen; nach neuen iranischen Angriffen auf Handelsschiffe im Juli reagierte Washington mit Luftschlägen und einer eigenen Seeblockade. Erst in der Nacht zum Freitag waren zwei Öltanker des emiratischen Staatskonzerns Adnoc in der Meerenge attackiert worden - der laut Abu Dhabi fünfzehnte Vorfall seit Kriegsbeginn.
In seiner Rede kündigte Trump zudem an, die Vereinigten Staaten würden gegen Iran „wirtschaftliche Instrumente einsetzen, wie sie noch nie zuvor gesehen wurden“, wie CNBC berichtet. Ein Zeitplan für die von ihm angekündigte Annexionserklärung nannte er nicht. Rechtlich wäre eine solche Erklärung ohne völkerrechtliche Grundlage; die Straße von Hormus liegt in den Küstenmeeren Irans und Omans, ihr Status ist im Seerechtsübereinkommen von 1982 geregelt, das ausländischen Schiffen die friedliche Durchfahrt zusichert.
In Berlin gab es zunächst keine offizielle Reaktion. Die Bundeswehr operiert im Rahmen der EU-Mission Aspides im Golf von Oman; ein eigenes deutsches Mandat für Hormus hatte Kanzler Friedrich Merz (CDU) im Juni abgelehnt und auf europäische Abstimmung verwiesen. Für die deutsche Wirtschaft steht viel auf dem Spiel: Rund 80 Prozent der aus dem Persischen Golf verschifften Rohöl- und Gasmengen bedienen asiatische Kunden, doch der Preisdruck an den europäischen Rohstoffbörsen folgt jeder Eskalation innerhalb weniger Stunden.