Vor dem Grab des unbekannten Soldaten auf dem Nationalfriedhof Arlington hat US-Präsident Donald Trump am Montag den ersten Memorial Day seines zweiten Amtsjahres begangen - drei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs. Begleitet von Vizepräsident JD Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs Dan Caine legte Trump nach Berichten von PBS NewsHour einen Kranz nieder und sprach anschließend im Amphitheater des Friedhofs vor Angehörigen gefallener Soldaten.

In seiner Ansprache würdigte Trump die 13 im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten namentlich. Diese „13 wundervollen Seelen“ hätten ihr Leben gegeben, „damit der weltweit größte staatliche Förderer des Terrors niemals eine Atomwaffe bekommen wird“, zitiert Al Jazeera den Präsidenten. Operation Epic Fury, so der offizielle US-Codename des seit Ende Februar laufenden Feldzugs, kostete nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia-Übersicht zum Konflikt bislang 13 Soldatenleben und führte zu 599 Verwundeten; US-Senator Mark Kelly bezifferte gegenüber der NZZ die direkten Kriegskosten zuletzt auf rund 29 Milliarden Dollar.

Diese 13 wundervollen Seelen haben ihr Leben gegeben, damit der weltweit größte staatliche Förderer des Terrors niemals eine Atomwaffe bekommt.
- Donald Trump, US-Präsident, Memorial-Day-Ansprache in Arlington

60-Tage-Memorandum kurz vor Abschluss

Die Rede fällt mitten in die abschließende Phase der amerikanisch-iranischen Verhandlungen über eine Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe. Wie die Berliner Zeitung am Wochenende meldete, sollen Washington und Teheran kurz vor der Unterzeichnung eines Memorandums stehen, das eine 60-tägige Pause der Kampfhandlungen, die Wiederöffnung der Straße von Hormus und die Rückkehr iranischen Öls auf den Weltmarkt vorsieht. Im Gegenzug verpflichtet sich der Iran nach Darstellung des Außenamtssprechers Esmail Baghaei, in der Straße verlegte Seeminen zu räumen und keine Atomwaffen anzustreben.

Baghaei beschrieb das Papier in Teheran als „14-Punkte-Memorandum“, das die Beendigung des Krieges, die Hormus-Frage und die Freigabe blockierter iranischer Vermögen im Ausland regeln solle. „Eine Einigung könnte sowohl sehr nah als auch sehr fern sein“, wird er von der oberösterreichischen Tageszeitung Nachrichten.at zitiert. Pakistan vermittelt nach Angaben der Wikipedia-Chronik zum Irankrieg 2026 seit April zwischen beiden Seiten; die jüngste Gesprächsrunde fand in Islamabad statt.

Iran bleibt misstrauisch

Aus Teheran kommen trotz der angekündigten Annäherung skeptische Töne. Präsident Masud Pezeshkian erklärte laut Berliner Zeitung, sein Land sei „weiterhin gesprächsbereit, aber die Erfahrungen aus vergangenen Verhandlungen mit den USA zwingen uns zu äußerster Vorsicht“. Die staatliche Nachrichtenagentur Fars widersprach Trumps Aussage, der Deal sei „weitgehend ausgehandelt“, als nicht mit der Realität vereinbar. Auch US-Außenminister Marco Rubio bremste am Wochenende: Bei einem Besuch in Indien sagte er, ein Abkommen über das Atomprogramm werde „nicht innerhalb von 72 Stunden“ stehen, wie der ZDFheute-Liveblog protokollierte.

Während Trump in Arlington den Patriotismus betonte und an das nahende 250. Gründungsjubiläum der USA erinnerte, hatte er den Tag selbst mit einer scharfen Truth-Social-Botschaft begonnen, in der er Demokraten als „Dumocrats“ verunglimpfte und die Iran-Verhandlungen verteidigte. Parallel meldeten US-Streitkräfte nach Berichten des ZDFheute-Liveblogs in der Nacht zum Montag weitere „defensive“ Schläge auf iranische Raketenstellungen im Süden des Landes sowie den Beschuss mutmaßlicher Minenleger in der Straße von Hormus - ein Hinweis darauf, dass die Waffenruhe brüchig bleibt, selbst wenn das Memorandum in dieser Woche unterzeichnet werden sollte.