US-Präsident Donald Trump hat am Freitag auf Truth Social ein Zollpaket angekündigt, das den amerikanischen Markt für 90 Tage für zusätzliches Rinderhack öffnen soll. Bis zu 300.000 Tonnen mageres Rindfleisch dürfen laut der Ankündigung ohne den regulären Außerkontingentzoll einreisen, wenn die Lieferanten sich verpflichten, das Fleisch „zu einem Preis von 25 Prozent unter dem aktuellen Marktpreis“ abzugeben. Eine formelle Executive Order soll innerhalb der nächsten zwei Wochen folgen, wie das Weiße Haus bestätigte.

Der Schritt zielt auf einen der wundesten Punkte für US-Verbraucher. Rind- und Kalbfleisch lag im Juli 2026 um 9,4 Prozent über dem Vorjahresniveau, Braten sogar um 13,5 Prozent, wie das Nachrichtenportal ms-aktuell.de unter Berufung auf US-Preisdaten berichtet. Der Grund liegt in einem historisch schmalen Angebot. Der US-Rinderbestand ist nach Angaben von Fox Business auf den niedrigsten Stand seit 75 Jahren geschrumpft, Tyson Foods hat zuletzt Werke in Illinois und Utah geschlossen. „Diese Vereinbarung wird die Preise für Amerikaner senken, während unsere große amerikanische Rinderherde Raum bekommt, wieder zu wachsen“, zitierte Fox Business Trumps Post.

Die Cattle-Lobby läuft Sturm. Justin Tupper, Präsident der United States Cattlemen's Association, kommentierte den Schritt gegenüber Fox Business mit den Worten „You don't put America first by putting U.S. cattle producers last“. Colin Woodall, CEO der National Cattlemen's Beef Association, warf dem Präsidenten in derselben Publikation vor, „das Bild zu verpassen“ und den roten Faden zu verlieren. Auf die Frage, was seine Branche von Washington brauche, antwortete Woodall knapp: „The best thing is to stay out of our business.“

Diese Maßnahme wird es amerikanischen Ranchern schwerer machen, unsere Herde wieder aufzubauen und die Preise für die Amerikaner zu senken.
- Senator Tim Sheehy (R-Mont.), Fox Business

Auch die eigene Fraktion des Präsidenten macht mobil. Die republikanische Senatorin Deb Fischer aus Nebraska schrieb auf X, „niedrigere Lebensmittelpreise“ dürften „nicht auf Kosten der amerikanischen Erzeuger“ gehen, wie das Nachrichtenportal Klamm berichtet. Ihr Parteikollege Pete Ricketts warnte vor der Illusion einer dauerhaften Lösung, Tim Sheehy aus Montana hatte dem Präsidenten laut ms-aktuell.de bereits im Vorfeld abgeraten.

Zeitplan mitten im Midterm-Wahlkampf

Der Zeitpunkt ist politisch aufgeladen. Nur wenige Monate vor den US-Zwischenwahlen am 3. November zielt Trumps Rindfleisch-Coup auf Verbraucher in Vorstadt- und Städte-Wahlkreisen, auf Kosten einer traditionell republikanischen Wählergruppe: der Rinderzüchter im Mittleren Westen und in Texas. Es ist bereits Trumps zweiter Anlauf, die Fleischpreise über Importe zu senken. Im Februar 2026 hatte er die Quote für mageres argentinisches Rindfleisch um 80.000 Tonnen erhöht, verteilt auf vier Quartalstranchen des Jahres. Der neue Deal umfasst fast die vierfache Menge, verdichtet auf gerade einmal 90 Tage.

Welche Länder das zusätzliche Rindfleisch liefern werden, hat das Weiße Haus zunächst offengelassen. Trump selbst verteidigte den Kurs mit den Worten, er liebe die Rancher, aber sie brauchten „ein wenig Hilfe“, eine Formulierung, die Fox Business dokumentierte. Für die Branchenverbände zeigt der Deal ein grundsätzliches Missverständnis der Ursachen. Colin Woodall brachte den Einwand gegenüber Fox Business auf den Punkt: „He's missing the picture, and he's definitely lost the plot line. This is about demand.“