US-Präsident Donald Trump wird am Sonntag im MetLife Stadium in East Rutherford das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien besuchen. Sprecherin Karoline Leavitt bestätigte den Auftritt am Donnerstag im Presseraum des Weißen Hauses. Anpfiff des Endspiels ist um 21 Uhr deutscher Zeit, das ZDF überträgt live.

Trumps Teilnahme werde die aus Sicht der Regierung „meistgesehene, sicherste und erfolgreichste Weltmeisterschaft in der Geschichte der USA“ krönen, sagte Leavitt vor Journalisten. Auf die Frage, ob der Präsident für Argentinien sei, räumte die Sprecherin ein, sie habe Trump vor dem Briefing nicht gefragt, und werde eine Antwort nachreichen. Bereits am Freitag reise Trump nach New York und nehme im Trump Tower an einem FIFA-Empfang teil, ergänzte sie.

Dass FIFA-Präsident Gianni Infantino den US-Präsidenten an seiner Seite haben will, hatte er selbst Wochen zuvor angedeutet. „Wir werden mit US-Präsident Donald Trump zusammen sein, das Finale genießen und die Trophäe gemeinsam an den Sieger übergeben“, sagte Infantino dem Sender Fox News. Es wäre das erste WM-Endspiel, bei dem ein amtierender US-Präsident die Trophäe überreicht.

Wir werden mit US-Präsident Donald Trump zusammen sein, das Finale genießen und die Trophäe gemeinsam an den Sieger übergeben.
- Gianni Infantino, FIFA-Präsident, gegenüber Fox News

Als Blaupause dient das Klub-WM-Finale am 13. Juli 2025, ebenfalls im MetLife Stadium: Damals stand Trump nach dem 3:0 des FC Chelsea gegen Paris Saint-Germain zwischen den jubelnden Spielern, statt die Bühne zu räumen. Fans im Stadion pfiffen den Präsidenten aus, wie mehrere US-Medien am Tag danach berichteten. Sein Vermögensbericht wies später FIFA-Tickets im Wert von rund 15.000 Dollar aus, wie CNBC im Juli 2026 vermeldete.

Königsfamilie in der Ehrenloge

Aus Madrid teilte das Königshaus mit, dass König Felipe VI. gemeinsam mit Königin Letizia sowie den Töchtern Leonor und Sofía anreist. Auch die argentinische Delegation um Präsident Javier Milei, der bei mehreren Turnierspielen im Stadion war, wird erwartet, ohne dass die Casa Rosada dies am Donnerstag offiziell bestätigt hätte.

Sicherheit nach dem Muster Madison Square Garden

Rund um das Stadion rechnen die Behörden mit weitreichenden Absperrungen. Als Referenz gilt Trumps Auftritt bei Spiel drei der NBA-Finals im Madison Square Garden: Secret Service, NYPD und Bundesbehörden koordinierten damals ein Sperrgebiet in Midtown Manhattan, Fans standen stundenlang in TSA-artigen Kontrollen, umliegende Betriebe klagten über Umsatzeinbußen. Ein detaillierter Sicherheitsplan für East Rutherford lag am Donnerstag noch nicht vor, wie Fox 5 New York berichtete.

Menschenrechtsorganisationen begleiten das Turnier bis zum Finale mit scharfer Kritik. „Diese Weltmeisterschaft fand vor dem Hintergrund des repressiven Vorgehens der US-Regierung gegen Einwanderer statt“, sagte Minky Worden von Human Rights Watch, wie die Sportschau berichtete. Die FIFA habe es versäumt, ihre eigenen Menschenrechtsstandards gegenüber der US-Regierung durchzusetzen. Andrea Florence von der Sport & Rights Alliance hatte schon vor dem Auftakt vor einem „Klima der Angst“ gewarnt.

Auf dem Rasen stehen sich mit Argentiniens Lionel Messi, der sein drittes WM-Finale bestreitet, und Spaniens 18-jährigem Lamine Yamal die beiden prominentesten Spieler des Turniers gegenüber. Titelverteidiger Argentinien setzte sich am Mittwoch in Atlanta mit 2:1 gegen England durch, Spanien schlug einen Tag zuvor Frankreich in Dallas mit 2:0. Anpfiff im MetLife Stadium: Sonntag, 15 Uhr Ortszeit.