Atlanta. Am Donnerstag um 18 Uhr MESZ treffen Tschechien und Südafrika im Mercedes-Benz Stadium aufeinander, und für beide Mannschaften ist es nach dem ersten Spieltag der Gruppe A schon ein Endspiel. Tschechien verlor zum Auftakt 1:2 gegen Südkorea, Südafrika unterlag Gastgeber Mexiko 0:2. Mexiko und Südkorea führen die Gruppe mit drei Punkten an, Tschechien und Südafrika stehen vor dem zweiten Spieltag ohne Zähler da. Das ZDF überträgt die Partie live.
Die Ausgangslage ist heikel, weil Hugo Broos sein Mittelfeld komplett umbauen muss. Gegen Mexiko sah Sphephelo „Yaya“ Sithole in der 49. Minute Rot, Themba Zwane in der 84. Minute, beide sind für Atlanta gesperrt. Dazu kassierte Mexikos Innenverteidiger César Montes in der Schlussphase ebenfalls die Rote Karte, was die kuriose Partie zu einer historischen machte: Drei Platzverweise in einem WM-Eröffnungsspiel, gleichauf mit Argentinien gegen Kamerun 1990. Südafrika ist seit sechs Pflichtspielen sieglos.
Tschechien hat in den vergangenen fünf Länderspielen vier Siege geholt und gehört statistisch zu den treffsichersten Teams der Vorrunde. Trainer Miroslav Koubek baut auf das Sturmduo Patrik Schick und Adam Hložek, dahinter ordnen Tomáš Souček und Lukáš Provod das Spiel. Schick hat 26 Tore in 54 Länderspielen erzielt; sein Doppelpack bei der EM 2021 gegen Schottland ist in Tschechien noch Gesprächsstoff. Souček, Kapitän bei West Ham United, soll die Räume zwischen den Linien zustellen, in denen Südkorea Tschechien überlistet hatte.
Bei Südafrika lastet die Verantwortung auf Lyle Foster und Oswin Appollis. Foster, Stürmer von Burnley, hat zehn Tore in 28 Länderspielen erzielt, Appollis acht in 27 Einsätzen. Broos, der Belgier, der die Bafana Bafana 2024 zum Afrika-Cup-Halbfinale geführt hatte, dürfte das Mittelfeld mit Teboho Mokoena und Khuliso Mudau besetzen und damit auf das defensivere Profil setzen, das ihn schon beim Africa Cup of Nations ausgezeichnet hatte.
Wer den ersten Sieg holt, bleibt im Turnier
Die voraussichtliche Aufstellung Tschechiens laut fussballnationalmannschaft.net: Kovář - Coufal, Chaloupek, Hranáč, Krejčí, Zelený - Souček, Sojka - Provod, Hložek - Schick. Vorne ist Vladimír Coufal mit seinen langen Einwürfen ein eigenes Standardrepertoire, eine Waffe, die Südafrika nach dem Verlust seiner zweikampfstärksten Mittelfeldspieler kaum gefährlich werden lassen kann.
Atlanta dürfte eines der heißeren Spiele der Gruppe A werden, sportlich wie thermisch. Das Mercedes-Benz Stadium hat zwar ein schließbares Dach, doch die FIFA hat für die Nachmittagsanstöße in der US-Sommerhitze trotzdem zusätzliche Trinkpausen angekündigt. Wer hier gewinnt, hält den Anschluss an Mexiko und Südkorea, die parallel ab 3 Uhr nachts (MESZ) in Guadalajara um den nächsten Platz im Achtelfinale spielen. Wer verliert, kann am Samstag im letzten Gruppenspiel rechnerisch nur noch hoffen.